Antonelli erobert Pole in Monaco und peilt fünften Sieg in Serie an
Monte-Carlo, 06. Juni 2026
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Kurzfassung
Kimi Antonelli hat sich im Qualifying zum Großen Preis von Monaco die Pole Position gesichert und verwies Max Verstappen um 43 Tausendstel auf Platz zwei. Der 19-jährige Mercedes-Pilot geht damit als klarer Favorit in das Rennen am Sonntag und kann seinen fünften Erfolg in Serie feiern.
Kimi Antonelli hat sich im Qualifying zum Großen Preis von Monaco am Samstag, 6. Juni 2026, die Pole Position gesichert und verwies Max Verstappen im Red Bull um 43 Tausendstel auf Rang zwei.
Der 19-jährige Mercedes-Pilot überflügelte in buchstäblich letzter Sekunde Max Verstappen im Red Bull um 43 Tausendstel. „Das war eine magische Runde, ich habe alles zusammengebracht. Es war so eng mit Max. Ich bin super happy, wir haben uns massiv verbessert“, sagte Antonelli nach seiner furiosen Schlussrunde im dritten Qualifying-Abschnitt. Seine Bestzeit von 1:12,051 Minuten setzte er erst in seinem letzten Versuch, womit er sich die Pole Position für den sechsten Saisonlauf sicherte.
Verstappen und Red Bull mit verhaltenem Optimismus
Verstappen, der vierfache Weltmeister, musste sich mit 1:12,094 Minuten knapp geschlagen geben. „Gestern haben wir Probleme gehabt und auch in der Früh hat es nicht so gut ausgeschaut. Jetzt sind wir natürlich glücklich. Der Start morgen muss gelingen, dann werden wir schauen, was geht“, sagte der Niederländer. Für Red Bull ist es nach den Schwierigkeiten im Vorfeld ein ordentliches Ergebnis, wenngleich die Startposition in Monaco aufgrund der beengten Strecke besonders schwer wiegt.
Lewis Hamilton im Ferrari belegte mit 1:12,279 Minuten den dritten Rang und hatte 0,228 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Der siebenfache Weltmeister zeigte sich hinterher selbstkritisch: „Ich habe schon geglaubt, dass meine Leistung für ganz vorne reichen würde, aber dann sind die anderen noch schneller gewesen. Jetzt müssen wir überlegen, wie wir an denen vielleicht vorbeikommen können.“ Zudem sagte Hamilton, Ferrari müsse klären, was vor dem Qualifying verloren ging: „Wir haben irgendwas verloren heute vor dem Qualifying, das müssen wir uns in der Fabrik ansehen.“
Ferrari sucht die Erklärung für den Einbruch
Auf Platz vier landete Charles Leclerc, der in seiner Geburtsstadt als Lokalmatador angetreten war. Der Monegasse provozierte in den Schlusssekunden des Q3 allerdings eine gelbe Flagge und verhinderte damit selbst eine mögliche neue Bestzeit. „Frustriert war auch Lokalheld Charles Leclerc, der in seiner Geburtsstadt Vierter wurde“, hieß es in der Berichterstattung. Insgesamt verlief das Qualifying etwas enttäuschend für die Scuderia, die am Freitag noch das Tempo bestimmt hatte.
Im Hintergrund stand Ferrari unter zusätzlicher Belastung, weil Teamchef Fred Vasseur am Samstag fehlte. Der Franzose befand sich aus medizinischen Gründen im Krankenhaus und sollte dort weiter beobachtet werden, wie Ferrari am Morgen mitteilte. Weitere Angaben zum Gesundheitszustand machte die Scuderia nicht.
Wolff warnt vor Übermut bei Antonelli
Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigte sich von der Leistung seines Schützlings beeindruckt und sprach von „einer Runde für die Geschichtsbücher“. Gleichzeitig warnte der Wiener auf dem Pay-TV-Sender Sky vor zu großer Euphorie: „Wir müssen aufpassen, dass er nicht Ikarus wird, wir müssen ihn auf dem Boden halten. Die Saison ist lang, auf keinen Fall übermütig werden.“ Wolff betonte zudem die steile Entwicklung seines Piloten: „Die Lernkurve ist unglaublich steil. Wenn das Selbstvertrauen mitfährt, fährst du schneller, und das merkt man bei Kimi.“
Antonelli selbst genoss den Moment sichtlich: „Das ist eine dieser Runden, die man als magisch bezeichnen kann. Da muss einfach alles passen, das ist das intensivste Qualifying des Jahres. Man muss wirklich an die Limits gehen. Es war mit Max extrem knapp. Das Team hat mir ein tolles Auto hergestellt, nachdem wir noch am Freitag Probleme gehabt haben. Das habe ich richtig genießen können.“ Auf die Frage nach seiner Verfassung antwortete der WM-Führende schlicht: „Ich genieße einfach das Fahren, das Auto, das Wochenende.“
Russell kämpft, McLaren enttäuscht
Hinter den beiden Ferraris reihte sich Isack Hadjar auf Rang fünf ein, direkt vor George Russell im zweiten Mercedes. Der Brite erlebte ein enttäuschendes Qualifying und wird nur von Rang sechs starten. „Ich habe keinen Grip gefunden. Das ganze Qualifying war ein einziger Kampf. Ich muss erst verstehen, was da passiert ist“, sagte Russell. Damit dürfte er im WM-Kampf weiter Boden auf seinen Teamkollegen verlieren, der vor dem sechsten Saisonlauf bereits 43 Punkte Vorsprung auf ihn hat.
Die beiden McLaren-Piloten Oscar Piastri und Lando Norris enttäuschten mit den Plätzen sieben und acht (1:12,624 und 1:12,765 Minuten). Pierre Gasly und Liam Lawson komplettierten die Top Ten im Q3, scheiterten aber klar an den Zeiten der Spitzengruppe. Das Mittelfeld verpasste damit deutlich den Anschluss an Mercedes, Red Bull und Ferrari.
Ein Schreckmoment ereignete sich in Q1, als der Brasilianer Gabriel Bortoleto die Leitplanke touchierte, woraufhin die Aufhängung seines Audi brach und die Rote Flagge geschwenkt wurde. „Der Brasilianer Gabriel Bortoleto touchierte die Leitplanke, die Aufhängung brach, und die Rote Flagge wurde geschwenkt“, hieß es. Der 21-Jährige wird mit seinem Audi am Sonntag aber starten können – von Rang 17. Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto schafften es zwar ins Q2, beide Audi-Fahrer überstanden den letzten Cut jedoch nicht.
Bortoleto crasht, Audi im Mittelfeld
Zu den Geschlagenen gehörten auch die beiden Williams-Fahrer Carlos Sainz und Alexander Albon, die ebenfalls im Q2 ausschieden. Fernando Alonso und Lance Stroll belegen mit Aston Martin sogar die letzte Startreihe. Im hinteren Feld komplettierten Ocon, Perez, Bearman, Bottas, Alonso und Stroll die Reihenfolge, wobei Stroll mit 1:16,061 Minuten am deutlichsten zurücklag.
Die Startaufstellung verdeutlicht die enorme Bedeutung des Qualifyings im Fürstentum: Überholen auf dem engen Stadtkurs ist fast unmöglich, weshalb die Pole Position als halber Sieg gilt. Diese Einschätzung teilte auch Antonelli: „Das ist das intensivste Qualifying des Jahres hier. Du musst immer am Limit sein, die Mauer kommt immer näher, es ist nicht einfach.“ Wolff ergänzte: „Er ist gerade so frei, hat einen guten Rückenwind und dann kannst du es gerade hier in Monaco fliegen lassen.“
Ausblick auf das Rennen am Sonntag
Mit Blick auf die Gesamtwertung geht Antonelli als souveräner Spitzenreiter in das Rennen. Sollte er seinen fünften Sieg in Serie einfahren, würde er seine Führung in der Fahrer-WM weiter ausbauen. Dem Italiener wird zugeschrieben, auf dem Weg zum jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte zu sein. Russell, derzeit mit 43 Punkten Rückstand Zweiter, müsste im Rennen dringend punkten, um den Anschluss nicht zu verlieren.
Das Rennen am Sonntag wird ab 14:20 Uhr live auf SRF zwei übertragen, der Start erfolgt um 15:00 Uhr. In Österreich zeigt ORF 1 die Live-Übertragung ab 14:25 Uhr, in Deutschland ist Sky ebenfalls live dabei. Vor Ort in Monte-Carlo wurden unter anderem die Skistars Marco Odermatt, Lucas Pinheiro Braathen und Lindsey Vonn als Zuschauer des Qualifyings erwartet. Abseits der Strecke sorgte zudem die erste offizielle gemeinsame Beobachtung von Lewis Hamilton und Kim Kardashian in Monaco für Gesprächsstoff.
Hamilton blickt derweil auf sein bestes Ergebnis für Ferrari zurück: In Kanada wurde der Brite vor zwei Wochen zuletzt von seiner Mutter begleitet – und er fuhr mit Rang zwei prompt sein bestes Ergebnis für die Scuderia ein. Mit Startplatz drei in Monaco könnte nun das nächste starke Resultat folgen, sofern es dem Team gelingt, das in der Qualifying-Vorbereitung verloren gegangene Tempo zurückzugewinnen.
Fragen & Antworten
Wer ist Kimi Antonelli und warum ist die Pole in Monaco so wichtig für ihn?
Kimi Antonelli ist ein 19-jähriger italienischer Formel-1-Fahrer für Mercedes und führt aktuell die Weltmeisterschaft an. Da Überholen auf dem engen Stadtkurs in Monte-Carlo fast unmöglich ist, gilt die Pole Position als halber Sieg – und brächte Antonelli seinem fünften Erfolg in Serie näher.
Wie groß war der Abstand zwischen Antonelli und Verstappen im Qualifying?
Antonelli war im finalen Q3-Versuch 43 Tausendstel Sekunden schneller als Max Verstappen im Red Bull und fuhr eine Bestzeit von 1:12,051 Minuten. Verstappen reihte sich mit 1:12,094 Minuten auf Rang zwei ein.
Warum fehlte Ferraris Teamchef Fred Vasseur am Samstag in Monaco?
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur war am Samstag nicht an der Strecke, weil er sich aus medizinischen Gründen in einem Krankenhaus aufhielt. Die Scuderia erklärte, Vasseur werde weiter beobachtet; weitere Angaben zum Gesundheitszustand wurden nicht gemacht.
Antonelli Monaco Pole 2026: Verstappen nur 43 Tausendstel | finanz360