George Russell hat am Samstag den Formel-1-Sprint in Montreal gewonnen und sich in einem packenden teaminternen Duell gegen Kimi Antonelli durchgesetzt, während Mercedes-Teamchef Toto Wolff die Fahrer mehrmals per Funk zur Ordnung rief.
Der Brite startete von der Pole Position und kontrollierte das Rennen über 23 Runden von der Spitze aus. Antonelli hielt zunächst den zweiten Platz, doch die beiden Silberpfeile schenkten sich nichts.
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In der sechsten Runde kam es zur ersten brenzligen Szene: Antonelli setzte in einer S-Kurve zu einem ambitionierten Überholmanöver an, Russell verteidigte sich hart, aber fair, und der 19-jährige Italiener musste ins Gras ausweichen. Dabei verlor er eine Position an Lando Norris und klagte umgehend am Boxenfunk: "Das muss eine Strafe geben, er hat mich rausgedrückt!"
Teamchef Toto Wolff schaltete sich daraufhin persönlich ein und wies seinen jungen Fahrer zurecht: "Kimi, konzentriere dich aufs Fahren und nicht aufs Beschweren am Funk." Der Wiener wollte die öffentliche Diskussion sofort unterbinden.
Wolff greift zweimal am Funk ein
Doch das hitzige Duell ging weiter. Kurz vor Rennende versuchte Antonelli erneut, an Norris vorbeizukommen, um Rang zwei zurückzuerobern. Auch dieser Angriff misslang; er musste die Strecke verlassen und landete im Kies. Wieder beschwerte er sich über Funk, worauf Wolff ein weiteres Machtwort sprach: "Wir besprechen das intern, nicht am Funk."
Nach der Zieldurchfahrt äußerte sich Wolff bei Sky ausführlich. "Das war schon gutes Kino", sagte er. "Das Rennen war eine sehr gute Lerngeschichte, wie wir es machen wollen und wie nicht." Er erinnerte an die frühere Rivalität zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg im gleichen Team.
Versöhnliche Töne nach dem Rennen
In der Pressekonferenz nach dem Rennen gaben sich die beiden Kontrahenten versöhnlich. Russell würdigte seinen Teamkollegen: "Es war ein guter, harter Kampf. Respekt an Kimi, dass er es probiert hat." Antonelli räumte ein, bei seinem zweiten Manöver zu optimistisch gewesen zu sein. "Es war hartes Racing und wir hatten beide Glück, dass wir nicht kollidiert sind. Wir werden das klären und dann wird alles gut sein."
Durch die Stallrangelei der Silberpfeile schlüpfte Norris auf den zweiten Platz, während Antonelli Dritter wurde. Russell verkürzte den Rückstand in der WM-Gesamtwertung auf nun 18 Punkte; der Italiener führt weiterhin.
Upgrades und das Qualifying
Mercedes war mit einem umfassenden Upgrade-Paket zum Circuit Gilles-Villeneuve gereist, das sich bereits im Training auszahlte. Die Fahrer berichteten von mehr Kontrolle und höheren Kurvengeschwindigkeiten.
Nur wenige Stunden nach dem Sprint stand das Qualifying für den Grand Prix am Sonntag an. Russell sicherte sich dort erneut die Pole Position, indem er die Bestzeit von Antonelli um 68 Tausendstelsekunden unterbot.
Norris komplettierte die erste Startreihe mit 151 Tausendsteln Rückstand auf Russell, vor Oscar Piastri. Antonelli musste sich mit Startplatz drei begnügen.
Die weiteren Startplätze
Bei Ferrari zeigte Lewis Hamilton eine starke Leistung und stellte Charles Leclerc mit Rang fünf klar in den Schatten. Max Verstappen und Isack Hadjar von Red Bull reihten sich auf den Plätzen sechs und sieben ein.
Die Audi-Piloten Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto schafften es ins Q3 und werden das Rennen von den Positionen elf und 13 in Angriff nehmen.
ServusTV-Experte Christian Klien lobte die Fortschritte von Mercedes: "Die Fahrer konnten mehr am Limit fahren, mit weniger Lift and Coast und geringeren Geschwindigkeitsunterschieden – definitiv ein Schritt in die richtige Richtung." Red Bulls Technikchef Pierre Wache kündigte weitere kleine Updates für Kanada an.
Ausblick: Was der Grand Prix bringt
Wolff fasste das Tagesergebnis nüchtern zusammen: "Man sieht, wie schnell man einen Vorsprung aufgibt, wenn man hart miteinander kämpft. Mein Learning ist, dass wir es früher einbremsen müssen und wir uns nicht öffentlich darüber beschweren." Er betonte, dass ein Löwe im Auto auch einen Löwen außerhalb nicht ausschließe.
Der Grand Prix von Kanada steigt am Sonntag um 22.00 Uhr MESZ (live bei ServusTV und Sky). Spannung verspricht nicht nur die Startaufstellung, sondern auch die Frage, wie das Teamduell der Silberpfeile nach den klaren Ansagen von Toto Wolff weitergeht.
