Zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeitserklärung zeichnen deutsche Historiker ein Bild tiefgreifender Entfremdung zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten, die durch einstige Bewunderung und kulturelle Faszination nur teilweise überlagert wird.
Die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten wurde vor 250 Jahren unterzeichnet. Aus deutscher Sicht erscheinen die einstigen Versprechen des Landes heute vielen Menschen unerreichbar: „250 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung scheinen vielen die einstigen Versprechen der USA unerreichbar“, heißt es in einem Überblick mehrerer Medien. Die Frage „Vom Tellerwäscher zu Millionär, gleiche Rechte und Chancen für alle?“ wird dabei offen aufgeworfen.
Der Tübinger Amerikanist Michael Butter beschreibt die Spaltung als Grundkonstante: „Eigentlich gibt es zwei Amerikas. Zum einen ist da das reale, imperfekte Amerika, in dem Diskriminierung und Rassismus und der Gegensatz zwischen Arm und Reich nie überwunden worden sind, teilweise sogar exorbitant zugenommen haben. Und gleichzeitig ist da diese Idee von Amerika als einem Land, das nicht auf Abstammung gründet, sondern auf gemeinsamen Werten. Die älteste Demokratie der Welt.“ Diese Spannung durchziehe die deutsche Wahrnehmung seit Langem.
