Zverev vor erstem Grand-Slam-Titel: Endspiel gegen Cobolli in Paris
Paris, 07 Juni 2026
Keith Allison from Hanover, MD, USA / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0
Kurzfassung
Alexander Zverev steht im Finale der French Open 2026 und trifft am Sonntag um 15:00 Uhr auf den Italiener Flavio Cobolli. Der 29-jährige Hamburger könnte als erster deutscher Profi seit Beginn der Open Era 1968 den Titel in Roland Garros gewinnen.
Paris, 07 Juni 2026
Alexander Zverev, 29 Jahre alt und die Nummer drei der Welt, bestreitet am Sonntag um 15:00 Uhr das Endspiel der French Open in Paris gegen den überraschend starken Italiener Flavio Cobolli.
Der Weg ins Finale
Für Alexander Zverev ist es das vierte Grand-Slam-Finale seiner Karriere. Nach den Niederlagen bei den US Open 2020, den French Open 2024 und den Australian Open 2025 hat der Hamburger nun die Chance auf seinen ersten Major-Titel. Die Partie wird live auf Eurosport und ServusTV übertragen.
Gegner ist Flavio Cobolli, 24 Jahre alt, an Position zehn gesetzt. Der Italiener erreichte das Finale durch eine Aufgabe: Sein Halbfinalgegner Matteo Arnaldi sagte wegen Krankheit kurz vor dem Match ab. Cobolli ist damit ohne Spiel ins Endspiel gerutscht. Zverev führt im direkten Vergleich 3:1, seine einzige Niederlage gegen Cobolli kassierte er im Halbfinal von München in diesem Jahr. Auf Sand trafen sich beide 2026 zweimal: Cobolli gewann München, Zverev revanchierte sich in Madrid.
Cobolli: Überraschung aus Italien
Zverev zeigte sich vor dem Finale gelassen und fokussiert. „Ich habe mich auf meine Sachen konzentriert, und das werde ich weiterhin tun. Das Einzige, worauf ich Einfluss habe, ist mein nächstes Match“, sagte der Hamburger. Über seinen Gegner äußerte er sich anerkennend: „Er ist super talentiert, super jung, er verbessert sich immer wieder. Für mich ist er einfach ein netter Mensch. Er hat ein gutes Herz. Wenn man ihn erst einmal näher kennt, ist er unheimlich witzig.“
Zverev ist bei den diesjährigen French Open in bislang starker Form. Im gesamten Turnierverlauf gab er nur zwei Sätze ab. Im Halbfinale besiegte er den Tschechen Jakub Mensik mit 7:5, 6:2, 3:6, 6:3. „Ich fühle mich gut, ich habe auch keine brutal langen Matches gehabt“, erklärte Zverev. Dass Cobolli kampflos ins Finale kam, sieht er nicht als Vorteil: „Natürlich versucht man immer noch, den Gegner zu schlagen und zu gewinnen, aber das ist in Ordnung.“
Favoritenrolle nach Sinner-Aus
Ausgeschaltet sind die eigentlichen Topfavoriten: Der Weltranglistenerste Jannik Sinner aus Südtirol schied früh aus, Titelverteidiger Carlos Alcaraz aus Spanier fehlt verletzt. Sinner und Alcaraz hatten zuvor die letzten neun Grand-Slam-Turniere gewonnen. Boris Becker, Eurosport-Experte, sieht Zverev dadurch in der Favoritenrolle: „Seit der Niederlage von Jannik Sinner redet jeder davon, dass Alexander Zverev nun der Favorit ist. Er geht damit hervorragend um, denn der Druck liegt bei ihm, egal, was er sagt.“
Die Vorgeschichte macht das Endspiel besonders. Zverev wartet seit 41 Grand-Slam-Anläufen auf seinen ersten Major-Titel. 2020 in New York führte er gegen Dominic Thiem bereits 2:0 nach Sätzen, am Ende fehlten ihm zwei Punkte zum Sieg. 2024 in Roland Garros verlor er trotz 1:0-Satzführung gegen Alcaraz in fünf Sätzen und beklagte einen Schiedsrichterfehler im entscheidenden Durchgang. „Hoffentlich werden wir eines Tages diese Trophäe in unseren Händen halten“, sagte er damals zu seinem Team.
Schmerzhafte Erinnerungen an Paris
Auch die French Open sind für Zverev ein Ort mit gemischten Erinnerungen. 2022 verletzte er sich im Halbfinale gegen Rafael Nadal schwer am Fuß, wurde im Rollstuhl vom Platz gebracht und kehrte später an Krücken zurück, um den Fans zuzuwinken. „Zverev in der Kabine weinen zu sehen, war ein schlimmer Moment“, sagte Nadal damals. Mehrere Bänderrisse warfen ihn sportlich weit zurück.
Seit Ende Februar 2025 hat Zverev nur sechs Matches verloren, alle gegen Italiener: vier gegen Sinner, eines gegen Cobolli und eines gegen Luciano Darderi. Zverev ist Olympiasieger von 2021, ein Grand-Slam-Titel fehlt ihm aber noch. Mit einem Sieg am Sonntag wäre er der erste deutsche Profi, der seit Beginn der Open Era 1968 die French Open gewinnt. Der letzte deutsche Grand-Slam-Titel eines Mannes liegt fast 30 Jahre zurück: Boris Becker gewann 1996 in Melbourne seinen sechsten und letzten Major-Titel.
Unterstützung im Hintergrund
In Paris wird Zverev von seinem Vater, seiner Mutter, seinem Bruder und Freunden unterstützt. Seine Partnerin Sophia Thomalla, die Moderatorin, ist beruflich verhindert. Auf dem Court Philippe Chatrier ist von der Spielerbank aus die Inschrift „victory belongs to the most tenacious“ zu lesen – ein Satz, der zu Zverevs Situation passen könnte.
Sowohl Zverev als auch Cobolli haben ihre Teilnahme an den Erste Bank Open in Wien zugesagt, die vom 24. Oktober bis 1. November 2026 stattfinden. Auch Paris-Halbfinalist Mensik hat gemeldet. Das Preisgeld des Herren-Einzels bei den French Open beträgt insgesamt 61.723.000 Euro.
Becker sieht Zverev bereit
Zverev betonte, er bereite sich auf ein hartes Spiel vor: „Ich werde mich auf ein hartes Spiel vorbereiten und hoffentlich mein Level zeigen können.“ Becker sieht ihn gewappnet: „Er geht damit hervorragend um, denn der Druck liegt bei ihm, egal, was er sagt.“
Mit Blick auf das Endspiel sagte Zverev: „Natürlich versucht man immer noch, den Gegner zu schlagen und zu gewinnen, aber das ist in Ordnung.“ Die Vorzeichen stehen günstig: Cobolli hat durch die kampflose Halbfinalteilnahme keinen Rhythmus, Zverev ist seit Wochen in stabiler Form.
Becker erinnerte an die Bedeutung des Moments: „Zwei Gladiatoren haben heute alles gegeben“, hatte er einst zum US-Open-Finale 2020 gesagt. Nun, sechs Jahre später, hat Zverev erneut die Chance, seine Karriere zu krönen.
Das Finale beginnt am Sonntag um 15:00 Uhr. Bei einem Titelgewinn würde Zverev in die Geschichtsbücher des deutschen Herren-Tennis eingehen – als erster deutscher French-Open-Champion der Open Era.
Fragen & Antworten
Gegen wen spielt Zverev im French-Open-Finale 2026?
Zverev trifft im Finale auf den Italiener Flavio Cobolli, der an Position zehn gesetzt ist und durch eine Aufgabe von Matteo Arnaldi kampflos ins Endspiel kam.
Wie oft stand Zverev bereits in einem Grand-Slam-Finale?
Das Paris-Endspiel ist Zverevs viertes Grand-Slam-Finale nach den US Open 2020, den French Open 2024 und den Australian Open 2025 – alle drei verlor er.
Warum gilt Zverev als Favorit?
Weltranglistenerster Jannik Sinner schied früh aus, Titelverteidiger Carlos Alcaraz fehlt verletzt, und Zverev hat im Turnier nur zwei Sätze abgegeben.
Zverev French Open 2026: Finale gegen Cobolli | finanz360