Yad Vashem, die weltweit größte Holocaust-Gedenkstätte, hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass ihre erste ausländische Zweigstelle in München errichtet wird.
Symbolträchtiger Standort
Das neue Bildungszentrum soll innerhalb von drei Jahren am Karolinenplatz im Zentrum Münchens eröffnet werden und als bundesweite Plattform für Zielgruppen in Deutschland und den Nachbarländern dienen. Eine kleinere Satellitenstelle mit interaktiven Lernräumen ist in Leipzig geplant.
Yad-Vashem-Vorsitzender Dani Dayan erklärte, die Wahl Münchens habe "eine tiefe symbolische Bedeutung", da die Stadt eine zentrale Rolle beim Aufstieg des Nationalsozialismus spielte. Die NSDAP wurde 1920 in München gegründet und hatte dort ihre Parteizentrale; Anhänger bezeichneten die Stadt als "Hauptstadt der Bewegung".
Die Entscheidung komme "zu einem kritischen Zeitpunkt, an dem Instrumentalisierung oder Leugnung des Holocaust sowie Antisemitismus zunehmen", so Dayan. Die Gedenkstätte reagiert damit eigenen Angaben zufolge auf den weltweit wachsenden Antisemitismus.
