Forschende der Initiative World Weather Attribution (WWA) haben nachgewiesen, dass der Klimawandel die aktuelle Dürre in Europa deutlich verschärft und die Eintrittswahrscheinlichkeit solcher Bodendürren massiv erhöht hat.
Die Befunde im Überblick
Die Forscherinnen und Forscher verglichen Trends bei Niederschlag, Bodenfeuchte und der sogenannten potenziellen Evapotranspiration (PET) – einem Maß für den „Durst" der Atmosphäre als Fähigkeit, Feuchtigkeit zu verdunsten – in zwei Untersuchungsregionen. Das Ergebnis: In Westeuropa sind landwirtschaftliche Bodendürren der Studie zufolge etwa fünfmal wahrscheinlicher geworden als vor der Industrialisierung; in Osteuropa, wo trockene Bedingungen seit sechs Monaten anhalten, sei die Bodendürre etwa elfmal wahrscheinlicher. Beteiligt daran waren auch Forschende des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
„Das haben wir selbst verursacht: Mit steigenden Temperaturen nimmt der ‚Durst' der Atmosphäre rasch zu und entzieht Flüssen, Seen, Stauseen und Böden Feuchtigkeit", sagte Dominik Schumacher vom Institut für Atmosphären- und Klimawissenschaften der ETH Zürich. Schumacher gehört zum WWA-Team und betont, dass die Böden inzwischen bereits im Frühjahr ungewöhnlich stark austrocknen – trotz höherer Winterniederschläge in weiten Teilen Europas. „Trotz höherer Winterniederschläge in weiten Teilen Europas beobachten wir inzwischen bereits im Frühjahr (...) eine verstärkte Tendenz zu ungewöhnlicher Austrocknung der Böden", erklärte Schumacher.
