In der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen mehr als 900 Ebola-Verdachtsfälle registriert, während anhaltende Kämpfe im Osten des Landes die Bekämpfung des Ausbruchs massiv erschweren.

Ein Ausbruch ohne Impfstoff

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus gab die Fallzahlen am Sonntag bekannt und forderte eine dringende Waffenruhe. Unter den Verdachtsfällen seien 101 laborbestätigte Infektionen. Die kongolesische Regierung schätzt, dass bereits mehr als 200 Menschen an dem Virus gestorben sind.

Der aktuelle Ausbruch wird durch die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus verursacht, die erstmals 2007 nachgewiesen wurde. Für diesen Erregerstamm gibt es nach WHO-Angaben weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine gezielte Therapie. Die Sterblichkeitsrate liegt bei etwa 30 bis 50 Prozent.

Die Bekämpfung des Virus wird durch die prekäre Sicherheitslage im Osten des Landes erheblich behindert. Die kongolesische Armee kämpft dort seit Jahren gegen die M23-Miliz, die von Ruanda unterstützt wird und im vergangenen Jahr Gebiete in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu erobert hat. Die Miliz versucht, eine eigene Regierung zu errichten. Der Konflikt dreht sich vor allem um den Zugang zu Rohstoffen.