Vor Duell mit Bosnien: US-Trainer Pochettino warnt vor dem Underdog
Berlin, 02. Juli 2026
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Kurzfassung
Vor dem historischen Achtelfinale der WM 2026 zwischen Co-Gastgeber USA und Bosnien-Herzegowina in San Francisco hat US-Trainer Mauricio Pochettino vor dem Underdog gewarnt. Die Bosnier bestreiten erst ihr zweites WM-Turnier überhaupt und stehen erstmals im Achtelfinale, nachdem sie im März Weltmeister Italien in den Playoffs ausgeschaltet hatten.
Vor dem Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 zwischen Co-Gastgeber USA und Bosnien-Herzegowina in San Francisco hat US-Coach Mauricio Pochettino sein Team vor dem Gegner gewarnt und taktische Disziplin angemahnt.
Die Partie im Levi's Stadium ist das erste Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften seit einem torlosen Remis im Jahr 2018 und gleichzeitig das erste K.-o.-Spiel von Bosnien-Herzegowina bei einer Weltmeisterschaft überhaupt. Der Sieger der Begegnung trifft im Viertelfinale auf Belgien, das sich zuvor mit einem Comeback-Sieg gegen Senegal für die Runde der besten 16 qualifiziert hatte.
Bosnien und Herzegowina hatte sich in den europäischen Playoffs im März gegen den vierfachen Weltmeister Italien durchgesetzt und erst danach seine erste WM-Teilnahme seit 2014 ergattert. In der Gruppenphase A spielte das Team von Trainer Sergej Barbarez 1:1 gegen Gastgeber Kanada in Toronto, verlor anschließend gegen die starke Schweiz und besiegte im letzten Gruppenspiel Katar mit 3:1. Als Gruppendritter zogen die "Drachen" erstmals ins Achtelfinale einer WM ein – ein Novum in der nationalen Sportgeschichte.
Barsbarez beschwört den David-gegen-Goliath-Mythos
Vor der Partie in San Francisco formulierte der 54-jährige Barbarez eine selbstbewusste Ansage. Die bosnische Auswahl komme "als komplette Underdogs", habe aber etwas Großartiges geschaffen. "David gegen Goliath", sagte der Coach, der einst als gefürchteter Stürmer in der deutschen Bundesliga aktiv war. "Doch wir lieben es, David zu sein. In solchen Situationen haben wir bisher am besten performt." Ergänzend erklärte er: "Für uns ist das alles ein Bonus. Aber klar: Unser Ziel ist es, das Spiel zu gewinnen. Und ich glaube, wir sind selbstbewusst genug, um das zu schaffen."
Auf der Gegenseite baute Pochettino seine stärkste Formation auf. Nachdem das US-Team im letzten Gruppenspiel gegen die Türkei, das 2:3 verloren ging und für die bereits qualifizierten Amerikaner ohne Bedeutung war, zehn Wechsel vorgenommen und nur Weston McKennie im Aufgebot behalten hatte, kehrte Christian Pulišić nach überstandener leichter Wadenverletzung in die Startelf zurück und ersetzte Pepi im Angriff. Neben ihm soll Folarin Balogun die Offensive anführen. Die USA hatten zuvor Paraguay zum Auftakt mit 4:1 besiegt – Paraguay, das später auch Deutschland bezwang – und standen nach zwei Spieltagen als Erste der Gruppe D fest.
Ream warnt vor kompakt verteidigenden Bosniern
US-Kapitän Tim Ream warnte unterdessen eindringlich vor dem bosnischen Kollektiv. "Das ist ein schwierig zu spielendes Team. Sie verteidigen kompakt und haben mehrfach gezeigt, dass sie grosse Widersacher ärgern können. Sie sind nicht ohne Grund im Turnier." Zugleich erklärte Ream, er wisse nicht, ob die USA tatsächlich nur defensiv eingestellt rechnen müssten: "Wir müssen das Unerwartete erwarten."
Auch im Training habe das US-Team gezielt auf Standardsituationen und Elfmeter hingearbeitet. "Wir haben viel Arbeit ins Elfmeterschießen gesteckt", sagte Ream. Zu Detailfragen des Trainings äußerte er sich nicht weiter: "Ich möchte darauf nicht weiter eingehen."
Pochettino brachte gegen Bosnien seine Top-Elf. Der Argentinier, der die US-Mannschaft als Mit-Gastgeber der WM 2026 aus Topf 1 des Turniers lost, will mit einem Sieg den ersten US-Erfolg in einem WM-K.o.-Spiel seit dem Achtelfinalerfolg gegen Mexiko im Jahr 2002 feiern. Von den vergangenen acht K.-o.-Partien bei Weltmeisterschaften haben die USA nur eine gewonnen.
TV-Eklat und Reaktionen im Vorfeld
Begleitet wurde das Duell von einem TV-Eklat im Vorfeld. Eine Reporterin des lokalen Senders ABC7, Abigail Velez, hatte in einer On-Air-Sequel gesagt: "Eine Sache zu Bosnien: Ich könnte nicht einmal auf einer Karte zeigen, wo es liegt. Ich habe keine Ahnung von Bosnien und will es auch gar nicht wissen. Denn Team USA ist zurück und besser denn je. Macht euch bereit, Bosnien, denn ihr wollt es zwar nicht – aber ihr werdet es kriegen!" Der Clip verbreitete sich rasant in sozialen Medien, Velez entschuldigte sich später und bezeichnete ihren Ausspruch als "missglückten Witz".
Auch der frühere US-Nationaltorhüter Tim Howard, der in 121 Länderspielen für die USA zwischen den Pfosten stand und an zwei Weltmeisterschaften teilnahm, bezog Stellung. Er habe ein Video in den sozialen Medien veröffentlicht, in dem er die Bosnier aufforderte, besser gar nicht erst ins Flugzeug nach San Francisco zu steigen, "denn die USA werden alles daran setzen, sie zu schlagen".
Im bosnischen Lager hofft unterdessen neben Routinier Edin Džeko, dem 40-jährigen Kapitän und ältesten Spieler der Mannschaft, auch Haris Tabaković auf seinen ersten WM-Einsatz. Der Angreifer von Borussia Mönchengladbach war zuletzt angeschlagen, wird aber rechtzeitig fit erwartet. Im Tor steht Nikola Vasilj, der in der Qualifikation, auch in Elfmeterschießen, eine wichtige Rolle gespielt hatte.
Verschiebungen in Bosniens Formation
Auf bosnischer Seite veränderte Barbarez seine Formation auf eine Dreierkette und nahm im Vergleich zum Spiel gegen Katar drei Wechsel vor: Muharemović kehrte nach abgelaufener Sperre zurück, Gigović ersetzte Bašić, und Dedić begann für Bajraktarević.
Bei Anstoß um 02:02 Uhr Ortszeit zeigte das Thermometer im Levi's Stadium 15 Grad Celsius, Schiedsrichter Raphael Claus aus Brasilien pfiff die Partie an. Die erste Trinkpause ließ Claus in der 24. Minute anordnen.
Der Spielbeginn verlief abwechslungsreich: In der 11. Minute erzielte Bosnien den ersten Torschuss durch Ermedin Demirović, einen Angreifer vom VfB Stuttgart, der aus 19 Metern halbrechter Position jedoch zu zentral auf den Kasten von US-Keeper Freese zielte. "Aus 19 Metern halbrechter Position fackelt der Stürmer vom VfB Stuttgart nicht lange. Sein Schuss kommt jedoch zu zentral auf den Kasten von Freese und ist für den Keeper kein Problem." Nur eine Minute später hätte Kerim Alajbegović, einst bei Red Bull Salzburg aktiv, beinahe direkt nach einem Eckball getroffen, doch Freese boxte den Ball aus der Gefahrenzone.
Erste Torchancen in der Anfangsphase
In der 15. Minute bot sich Balogun die erste Chance für die USA: "Im Rückraum lauert Balogun, der aus 16 Metern zentraler Position direkt abzieht. Doch sein Schuss geht knapp am rechten Pfosten vorbei." Drei Minuten später lag der Ball schon fast im bosnischen Netz: McKennie flankte nach einem Chipball, im Strafraum sprang Torhüter Vasilj heraus und wehrte den Ball ab, traf dabei jedoch Robinsons Kopf – von dort segelte das Leder aus sechs Metern knapp über die Latte. Vasilj musste in der Folge behandelt werden. Später gab das medizinische Personal jedoch Entwarnung: "Nach der Behandlung gibt es den Daumen nach oben vom medizinischen Personal. Vasilj kann weiterspielen." In der 29. Minute forderte Balogun nach einer leichten Berührung durch Dedić einen Elfmeter, den Schiedsrichter Claus nach VAR-Überprüfung jedoch nicht gab.
Historisch treffen die USA auf einen Gegner, der erst zum zweiten Mal an einer WM-Endrunde teilnimmt und den Sprung in die K.-o.-Phase bei diesem Turnier erstmals geschafft hat. Der Gewinner des Spiels trifft im möglichen Viertelfinale auf Belgien, das seine Achtelfinalpartie gegen Senegal spektakulär gedreht hatte.
Fachjournalisten ordnen das Spiel als erste ernsthafte Standortbestimmung der USA unter Pochettino bei einer Weltmeisterschaft ein. Der argentinische Coach hatte das Amt vor der WM übernommen und aus einem Mix aus Bundesliga-Erfahrung, MLS-Stars und europäischen Top-Spielern eine schlagkräftige Elf geformt, die nun zum ersten Mal unter K.-o.-Bedingungen gefordert ist.
Mit dem Anpfiff am späten Abend kalifornischer Zeit begann aus Sicht der europäischen Übertragung ein Liventicker, der die Partie minütlich begleitete. Die Begegnung stand sinnbildlich für das Kontrastprogramm eines Turniers, das erstmals in drei nordamerikanischen Ländern stattfindet: ein Mit-Gastgeber, der sich als Mitfavorit sieht, gegen einen Außenseiter, der seine erste WM-K.-o.-Runde als historischen Erfolg verbucht – unabhängig vom Ausgang.
Für Bosnien und Herzegowina ist die Partie ein weiterer Meilenstein einer außerordentlichen Qualifikations- und Turnierkampagne. Nach dem Ausscheiden des viermaligen Weltmeisters Italien in den Playoffs hatte das Team nationale Symbole mobilisiert; der Einzug ins Achtelfinale wurde im Land als sportlicher Meilenstein gefeiert. Sollte die Mannschaft um den ältesten Spieler Džeko die USA bezwingen, wäre dies ein weiterer David-gegen-Goliath-Moment, wie ihn Trainer Barbarez beschworen hatte.
Ein Duell mit historischer Dimension
Die Partie in San Francisco ist Teil eines insgesamt 32 Mannschaften umfassenden WM-Rasters der Endrunde 2026, die in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird. Sie endete zum Redaktionsschluss dieser Meldung nicht.
Das Match wird nach UEFA-Zeit erst am späten Abend angepfiffen, was die Live-Berichterstattung in Europa zu später Stunde besonders macht. Übertragende Sender zeigten einen erweiterten Vorlauf mit Spielerporträts, taktischen Analysen und Live-Schalten ins Stadion.
Mit großer Spannung erwarten Fans und Medien den Ausgang des historischen Duells, das sportlich, politisch und medial über die reinen 90 Minuten hinaus Beachtung findet. Sollte den Bosniern der vermeintliche Coup gelingen, hätte ein "David" einen Co-Gastgeber aus dem Turnier geworfen – und ein Stück Fußballgeschichte neu geschrieben.
Fragen & Antworten
Wer ist Sergej Barbarez und welche Rolle spielt er bei Bosnien-Herzegowina?
Sergej Barbarez ist der Cheftrainer der bosnisch-herzegowinischen Fußballnationalmannschaft. Der 54-Jährige, der einst als Stürmer in der deutschen Bundesliga aktiv war, führte das Team bei der WM 2026 erstmals ins Achtelfinale.
Warum ist das Achtelfinale zwischen den USA und Bosnien historisch bedeutsam?
Es ist das erste K.-o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft für Bosnien-Herzegowina überhaupt, das erst seine zweite WM-Teilnahme nach 2014 bestreitet. Auf der Gegenseite strebt Co-Gastgeber USA den ersten K.-o.-Sieg seit dem Achtelfinal-Erfolg gegen Mexiko im Jahr 2002 an.
Welche Rolle spielt der TV-Eklat um Reporterin Abigail Velez vor dem Spiel?
Die ABC7-Reporterin hatte im US-Fernsehen gesagt, sie wisse nicht, wo Bosnien auf der Karte liege, und die Mannschaft als "zurück und besser denn je" angekündigt. Nach massiver Kritik in sozialen Medien entschuldigte sie sich und bezeichnete die Aussage als missglückten Witz.
USA vs. Bosnien Achtelfinale: Pochettino warnt vor Underdog | finanz360