Vermögensentwicklung in Deutschland 2010 bis 2023 Das Vermögen der deutschen Bevölkerung ist von 2010 bis 2023 trotz Inflation gestiegen, doch die Ungleichheit zwischen den Bevölkerungsgruppen bleibt bestehen.
Vermögenswachstum und seine Ursachen
Die positive Entwicklung des Vermögens in Deutschland lässt sich auf zwei Hauptfaktoren zurückführen, wie Judith Niehues erklärt: „Viele Deutsche konnten vor der Coronapandemie sparen und Vermögen aufbauen, und Investitionen wie Aktien und Immobilien gewannen in der Niedrigzinsphase an Wert.“ Diese Beobachtung unterstreicht, dass sowohl Sparverhalten als auch günstige Marktbedingungen zum Anstieg beigetragen haben.
Auch Maximilian Stockhausen bestätigt diesen Trend: Zwischen 2017 und 2021 sei das Vermögen der unteren 50 Prozent der Bevölkerung gewachsen, was zu einem leichten Anstieg ihres Anteils am Gesamtvermögen geführt habe – wenn auch auf sehr niedrigem Niveau. Dennoch zeigt sich, dass die wirtschaftliche Erholung und bestimmte politische Rahmenbedingungen breitere Bevölkerungsschichten erreicht haben.
Ungleiche Verteilung: Die Schere bleibt weit
Trotz des allgemeinen Vermögenswachstums klafft die Schere zwischen Arm und Reich weiterhin auseinander. Die oberen 10 Prozent der Bevölkerung besitzen deutlich mehr Vermögen – wer zu dieser Gruppe gehören will, benötigt etwa 800.000 Euro. Im Gegensatz dazu liegt das Vermögen der unteren 50 Prozent unter 105.000 Euro.
Charlotte Bartels hat in einer Studie aus dem Jahr 2024 die Vermögensverteilung in Deutschland untersucht. Dabei wurde ein Korrekturfaktor verwendet, um die Unterschätzung persönlicher Vermögenswerte durch Befragte zu berücksichtigen – insbesondere bei Immobilien, Unternehmensanteilen und Lebensversicherungen. „Der Korrekturfaktor führt zu deutlich höheren absoluten Zahlen, was erklären könnte, warum Deutsche in internationalen Vergleichen oft weniger vermögend erscheinen“, so Bartels.
