Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin, hat der Fußballbranche Scheinheiligkeit beim Thema Gleichberechtigung und Diversität vorgeworfen und sogleich konkrete Konsequenzen gefordert.

Kritik an medialer Sichtbarkeit

Der 61-Jährige kritisierte in einem Interview mit der Bild-Zeitung, dass in vielen Bereichen des Fußballs viel über Vielfalt und Gleichberechtigung geredet, aber zu wenig tatsächlich gelebt werde. Wörtlich sagte er: "Ich beschwere mich dabei über Scheinheiligkeit. Alle sprechen von Diversität und von Gleichberechtigung. Aber sie wird zu oft nicht wirklich gelebt. Es werden Armbinden mit Regenbogenfarben getragen, das Brandenburger Tor angestrahlt. Wenn das Licht wieder ausgeht, machen zu viele weiter wie bisher."

Auch die mediale Aufmerksamkeit für den Frauenfußball bemängelte Zingler scharf. "Es gebe Fußball-Fachzeitschriften, bei denen werde von 96 Seiten nur auf einer einzigen über den Fußball der Frauen berichtet." Diese Schieflage sei für ihn symptomatisch für den Umgang der Branche mit der Sportart.