Tulsi Gabbard, die US-Geheimdienstkoordinatorin, hat am 22. Mai 2026 ihren Rücktritt angekündigt und begründet dies mit der schweren Krebserkrankung ihres Mannes.
Gabbard hatte das Amt zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit Anfang 2025 angetreten. Als Geheimdienstkoordinatorin stand sie an der Spitze der insgesamt 18 US-Nachrichtendienste und fungierte als Hauptberaterin des Präsidenten in nachrichtendienstlichen Angelegenheiten.
In einem am Freitag veröffentlichten Brief erklärte Gabbard: 'Ich muss mich aus dem öffentlichen Dienst zurückziehen, um an seiner Seite zu sein und ihn in diesem Kampf voll und ganz zu unterstützen.' Sie plane, ihr Amt bis zum 30. Juni niederzulegen.
Präsident Donald Trump reagierte auf die Ankündigung mit Lob für Gabbard. 'Tulsi hat einen unglaublichen Job gemacht, wir werden sie vermissen', schrieb er auf Truth Social. In einem weiteren Post fügte er hinzu, dass Gabbard die US-Administration 'leider' verlasse.
Medienberichten zufolge gab es jedoch auch Spannungen zwischen Gabbard und Trump, insbesondere in Bezug auf den Umgang mit dem Iran. Gabbard hatte gegenüber einem Senatsausschuss erklärt, der Iran habe seit den Luftschlägen aus dem Sommer 2025 keine Anstrengungen unternommen, seine nuklearen Fähigkeiten wieder aufzubauen.
Unterschiedliche Ansichten zum Iran
Trump hingegen hatte die Luftangriffe unter anderem damit begründet, Teheran stehe kurz vor dem Bau von Atomwaffen und könne damit 'bald' sogar die USA angreifen. 'Der Einzige, der entscheiden kann, was eine unmittelbare Bedrohung darstellt und was nicht, ist der Präsident.' Das sei nicht die Aufgabe der Geheimdienste, so Trump.
Gabbards politische Laufbahn gilt als unkonventionell: Von 2013 bis 2021 war sie demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus. Nach ihrer Zeit im Kongress und infolge einer gescheiterten Präsidentschaftskandidatur sagte sie sich 2022 von den Demokraten los und trat 2024 den Republikanern bei.
Aaron Lukas, der stellvertretende Geheimdienstkoordinator, wird vorübergehend Gabbards Position übernehmen. Dies ist nicht die erste personelle Veränderung in der Trump-Administration in jüngster Zeit.
Weitere personelle Veränderungen
Im März wurde die Heimatschutzministerin Kristi Noem abberufen, nachdem Bundesbeamte zwei US-Bürger in Minneapolis getötet hatten. Im April kündigte Trump die Entlassung seiner Justizministerin Pam Bondi an, die mit der Aufarbeitung des Jeffrey-Epstein-Skandals betraut war.
Bereits im März hatte Joe Kent, Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, seinen Rücktritt erklärt, da er den Krieg gegen Iran nicht unterstützen konnte. 'Er könne den Krieg nicht guten Gewissens unterstützen', sagte Kent.
