Tschechien Südafrika 1:1 WM 2026: Koubek unter Druck | finanz360
Tschechien und Südafrika trennen sich 1:1 – WM-Aus für beide droht
Atlanta, 18 Juni 2026
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Kurzfassung
Tschechien und Südafrika haben sich im zweiten Gruppenspiel der WM 2026 in Atlanta 1:1 getrennt. Beide Teams stehen nach der zweiten Niederlage beziehungsweise dem zweiten Remis vor dem letzten Gruppenspiel mit dem Rücken zur Wand.
Atlanta, 18 Juni 2026
Tschechien und Südafrika haben sich am zweiten Spieltag der WM-Gruppenphase in Atlanta 1:1 getrennt, womit beide Mannschaften nach ihren Auftaktniederlagen weiter sieglos sind und um den Einzug in die K.o.-Runde bangen müssen.
Spielverlauf und Ergebnis
Das Duell der Auftaktverlierer in der Gruppe A endete im Mercedes-Benz-Stadion mit einem für beide Seiten unbefriedigenden Ergebnis. Michal Sadilek hatte die Tschechen bereits in der 6. Minute in Führung gebracht, doch Teboho Mokoena glich in der 83. Minute per Handelfmeter zum 1:1-Endstand aus. Für Tschechien war es der erste Treffer bei einer Weltmeisterschaft seit dem Heimturnier vor 16 Jahren.
Die Ausgangslage vor dem Spiel war eindeutig: Beide Mannschaften hatten ihre Auftaktpartie verloren – Tschechien mit 1:2 gegen Südkorea, Südafrika mit 0:2 gegen Mexiko – und standen damit bereits unter Druck. Die FIFA-Weltrangliste sah die Tschechen auf Platz 44, Südafrika galt als der vermeintlich schwächste Gegner der Gruppe. Ein Sieg war für beide Teams mehr oder weniger alternativlos, wenn sie ihre Chancen auf das Weiterkommen wahren wollten.
Ausgangslage vor dem Spiel
Tschechiens Teamchef Miroslav Koubek reagierte auf die Niederlage gegen Südkorea mit fünf Veränderungen in der Startelf. Unter den vier Deutschland-Legionären, die in der Anfangsformation standen, befand sich auch der Leverkusener Matej Kovar im Tor. Kapitän Ladislav Krejci formulierte die Hoffnung im Vorfeld deutlich: „Wir müssen ihn einfach in die bestmöglichen Positionen bringen und ihm helfen“, sagte Krejci mit Blick auf die Offensive.
Von Beginn an zeigten die Tschechen, dass sie die Vorgaben umsetzen wollten. Bereits nach 45 Sekunden fand Patrik Schick eine Riesenchance vor, sein Kopfball unbedrängt aus sieben Metern fiel jedoch kläglich aus. Nur sechs Minuten später war es dann Michal Sadilek, der nach einer blitzsauberen Kombination die südafrikanische Verwirrung nutzte und zum 1:0 einschoss. Die Europäer begannen das Spiel dominant und bemüht.
Tschechiens Offensive enttäuscht
Schick, der Hoffnungsträger der Tschechen, blieb jedoch auch in dieser Partie blass. Zum Auftakt hatte der Bundesliga-Star nur elf Ballkontakte und keinen Schuss aufs Tor zu verantworten gehabt. Gegen Südafrika wurde er nach 63 Minuten völlig frustriert ausgewechselt. Im zweiten Durchgang vergaben unter anderem Vladimir Darida, Lukas Cerv und der eingewechselte Schick selbst weitere gute Möglichkeiten, die Vorentscheidung zu erzielen.
Die Südafrikaner, die personell geschwächt in die Partie gingen, fanden erst nach rund einer Viertelstunde besser in die Begegnung. Oswin Appollis kam in der 13. Minute mit einem Schuss aus über 20 Metern dem Ausgleich noch am nächsten, wirklich große Chancen erspielte sich „Bafana Bafana“ gegen den immer passiver werdenden Gegner aber nicht. Den ersten Torschuss auf das tschechische Tor verzeichnete Südafrika durch den Kopfball von Evidence Makgopa in der 74. Minute.
Südafrika kämpft sich zurück
Kurz vor dem Ende kam dann doch noch der erlösende Moment für die Südafrikaner. In der 83. Minute entschied Schiedsrichterin Tori Penso, die erst zweite Schiedsrichterin bei einer Fußball-WM der Männer, auf Handelfmeter. Mokoena ließ sich nicht zweimal bitten und schoss zum 1:1 ein. In der Nachspielzeit kam Aubrey Modiba dem Südafrika-Sieg noch am nächsten, sein Schuss wurde jedoch geblockt.
Tori Penso als Pionierin
Die 39-jährige US-Amerikanerin Penso, die 2023 bereits das WM-Finale der Frauen gepfiffen hatte, trat in die Fußstapfen der Französin Stéphanie Frappart, die vor vier Jahren beim Spiel zwischen Deutschland und Costa Rica Geschichte geschrieben hatte. Penso leitete die Partie souverän, auch wenn die Tatsache, dass sie als eine der ersten Frauen eine Männer-WM pfeift, für Aufmerksamkeit sorgte.
Für Südafrikas Trainer Hugo Broos, der im Vergleich zum Mexiko-Spiel drei Veränderungen vorgenommen hatte, war das Ergebnis nach dem Rückstand ein kleiner Erfolg. Mit dem 1:1 erhalten die Südafrikaner ihre Hoffnungen auf ein Weiterkommen am Leben. Kapitän Ronwen Williams zeigte sich kämpferisch: „Wir haben jetzt das Level des Turniers gesehen und werden stärker zurückkommen“, versprach der Torhüter. Allerdings droht dem 36-jährigen Themba Zwane nach seiner Roten Karte gegen Mexiko das WM-Aus, während Sphephelo Sithole weiter auf einen Einsatz hoffen darf.
Ausblick auf den letzten Spieltag
Tschechiens Rückkehr auf die WM-Bühne nach 20 Jahren droht damit ein frühes Ende zu nehmen. Seit ihrer ersten WM-Teilnahme 2006 war es den Tschechen nicht gelungen, sich für eine Endrunde zu qualifizieren. Nun müssen sie im letzten Gruppenspiel gegen Mit-Gastgeber Mexiko, der als „wohl härtere Aufgabe“ gilt, unbedingt gewinnen, um noch eine Chance auf den Einzug in die nächste Runde zu haben. Trainer Koubek und sein Team stehen vor einer schwierigen Aufgabe, zumal die Leistung gegen Südafrika alles andere als überzeugend war.
Am Rande des Spiels sorgten auch die Rahmenbedingungen für Gesprächsstoff. Offiziell fasst das Mercedes-Benz-Stadion 68.239 Zuschauer, doch die Zuschauerzahl wurde mit 67.442 angegeben. Auf den Rängen waren große Lücken sichtbar, was die Stimmung in der Arena zusätzlich dämpfte. Die Tschechen und Südafrikaner lieferten sich ein intensives, wenn auch nicht hochklassiges Spiel, das die Erwartungen an einen WM-Auftritt nur bedingt erfüllen konnte.
In der parallelen Konstellation der Gruppe A trifft Südafrika im letzten Gruppenspiel auf Südkorea, während Tschechien auf Mexiko trifft. Beide Spiele beginnen um 03:00 Uhr MESZ. Die Südafrikaner können sich am Afrika-Cup 2023 orientieren, wo sie nach einem Auftakt-0:2 gegen Mali noch Rang drei erreicht hatten. Ob ein ähnliches Comeback gelingt, bleibt jedoch fraglich, zumal der Kader mit den Ausfällen von Zwane und weiteren personellen Sorgen zu kämpfen hat.
Insgesamt zeigte die Partie, dass beide Teams noch nicht das Niveau erreicht haben, das für eine Weltmeisterschaft notwendig ist. Die Tschechen starteten stark, ließen aber wie schon gegen Südkorea im Laufe der Partie deutlich nach. Südafrika kämpfte tapfer, konnte aber über weite Strecken keine echte Offensivpower entwickeln. Das Remis ist für beide Mannschaften ein herber Rückschlag im Kampf um den Einzug in die K.o.-Runde.
Mit Blick auf die kommenden Aufgaben wird vor allem Tschechien alles daran setzen müssen, die vorhandene Qualität abzurufen. Die Erinnerung an das Ausscheiden in der Vorrunde soll Motivation genug sein, um gegen Mexiko eine deutlich bessere Leistung zu zeigen. Ob Koubek und sein Team die Wende schaffen, wird sich am letzten Spieltag zeigen. Fakt ist: Nach dem 1:1 gegen Südafrika sind die Tschechen in einer schwierigen Ausgangslage, während Südafrika zumindest noch auf einen möglichen Einzug als Gruppendritter hoffen darf.
Fragen & Antworten
Wer ist Miroslav Koubek?
Miroslav Koubek ist der Teamchef der tschechischen Nationalmannschaft, der die Mannschaft bei der WM 2026 in Atlanta betreut. Er nahm vor dem Spiel gegen Südafrika fünf Veränderungen an der Startelf vor.
Warum steht Tschechien nach dem 1:1 unter Druck?
Tschechien hat das Auftaktspiel gegen Südkorea mit 1:2 verloren und gegen Südafrika nur 1:1 gespielt, wodurch das Team vor dem letzten Gruppenspiel gegen Mexiko unbedingt einen Sieg benötigt, um noch eine Chance auf das Weiterkommen zu haben.
Was bedeutet das Ergebnis für Südafrika?
Das 1:1 hält Südafrikas Hoffnungen auf ein Weiterkommen am Leben, obwohl das Team im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea antreten muss. Kapitän Ronwen Williams kündigte an, dass die Mannschaft stärker zurückkommen werde.