Trump inszeniert sich beim 250. Unabhängigkeitstag als Hauptattraktion und warnt vor Kommunisten
Washington, 05. Juli 2026
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Kurzfassung
US-Präsident Donald Trump hat am 4. Juli 2026 in Washington vor tausenden Anhängern den 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten gefeiert und dabei vor einer angeblichen kommunistischen Bedrohung gewarnt. Wetterkapriolen, Absagen von Künstlern und ein Marsch maskierter Rechtsextremer prägten die Jubiläumsfeiern.
US-Präsident Donald Trump hat am Samstagabend (Ortszeit) in Washington auf der National Mall eine rund 40-minütige Rede zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten gehalten und dabei vor einer angeblichen kommunistischen Bedrohung durch die Demokratische Partei gewarnt.
Hintergrund: 250 Jahre Unabhängigkeit
Die Vereinigten Staaten begingen am 4. Juli 2026 den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Vor 250 Jahren unterzeichneten die Gründerväter der USA in Philadelphia die Unabhängigkeitserklärung, mit der sich die Vertreter der 13 Ostküsten-Kolonien am 4. Juli 1776 von Grossbritannien loslösten. Dies war die Geburtsstunde der USA. Grossbritannien erkannte die Souveränität der Vereinigten Staaten im Frieden von Paris im September 1783 nach einem achtjährigen Unabhängigkeitskrieg formell an.
Zum Auftakt der zentralen Feier auf der National Mall trat Trump erst mit grosser Verspätung auf. Wegen einer Unwetterwarnung mussten tausende Besucher das Festgelände zwischenzeitlich verlassen. Am Abend entlud sich die Hitze in Blitz und Donner, worauf die Behörden wegen einer Unwetterwarnung einen Evakuierungsbefehl für die Party-Zone erliessen, was das Programm weiter erheblich verzögerte. Trump selbst kommentierte die Wetterkapriolen auf seinem Onlinedienst Truth Social mit den Worten „Gewitter bringen Glück“ und „They make events a little more exciting too“. Die Veranstaltung konnte nach rund zwei Stunden fortgesetzt werden.
Wetterchaos und Verspätung
Trump hielt die Rede, die laut Angaben rund 40 Minuten dauerte, schliesslich erst nach 23 Uhr (Lokalzeit) als Hauptattraktion der Party. Aus Sicherheitsgründen fand sein Auftritt hinter einer kugelsicheren Glasscheibe statt. Trump hatte seinen Auftritt im Voraus als „die spektakulärste aller Trump-Kundgebungen“ angekündigt. Auf die Absagen zahlreicher Musiker wie The Commodores und der Country-Sängerin Martina McBride, die in der Veranstaltungsreihe eine zu starke Politisierung sahen, reagierte Trump mit der Ankündigung, selbst die „number one attraction in the whole world“ auf die Bühne zu bringen.
Inhaltlich verband Trump patriotische Pathosformeln mit scharfer politischer Polarisierung. Trump sagte, das Land feiere am 4. Juli „den Triumph der Freiheit über die Tyrannei“. Die ganze Welt wolle sein wie die USA, „aber wir sind immer besser“. Er rief den Beginn eines „goldenen Zeitalters“ für die USA aus und bezeichnete die Nation als „ein Volk und eine Familie“. Zugleich warnte er wiederholt vor einer angeblichen kommunistischen Bedrohung und griff die oppositionellen Demokraten scharf an.
Kampfansage an die Demokraten
Konkret sagte Trump: „Die Kommunisten werden immer die Verlierer sein. Wir werden diese Bedrohung stoppen, wie einen Krebs, den man früh herausschneiden muss.“ Auch erklärte er: „Amerika wird niemals ein kommunistisches Land sein. Das wird nicht passieren.“ Mit der Warnung vor einer kommunistischen Bedrohung spielte er auf jüngste Wahlsiege linksgerichteter Demokraten-Politiker an, etwa den Wahlerfolg Zohran Mamdanis, der im Artikel als neuer und beliebter Bürgermeister von New York bezeichnet wird.
Trump warb in seiner Rede zudem für seinen „Save America Act“. Das Gesetz sieht neue Regeln für Wahlen vor und findet seit Monaten keine Mehrheit im Kongress. Er forderte den US-Kongress auf, eine Wählerausweispflicht einzuführen, und warnte vor angeblichem Wählerbetrug. Nach Darstellung des Artikels nutzte er die Bühne deutlich für Wahlkampfzwecke, was die oppositionellen Demokraten scharf kritisieren.
Politisierung und Kritik der Opposition
Die oppositionellen Demokraten werfen dem Präsidenten vor, die 250-Jahr-Feiern für ein parteipolitisches Spektakel vor den Zwischenwahlen zum Kongress im November zu nutzen. Auch wird Trump vorgeworfen, dass er zunehmend die Grenze zwischen staatlichem Gedenken und Wahlkampf verwischt. In der Vergangenheit hielten sich US-Präsidenten bei den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag politisch meist zurück. Gerald Ford, der nach dem Watergate-Skandal 1974 ins Amt kam, hatte anlässlich des 200. Geburtstags 1976 in Philadelphia den Zusammenhalt betont und gesagt: „Freiheit ist eine lebendige Flamme, die man immer wieder nähren muss, und keine tote Asche, die man anbetet.“
Trump rief in seiner Rede unter anderem Veteranen des Zweiten Weltkriegs und des Vietnamkriegs auf die Bühne. Die über 100 Jahre alten Männer salutierten vor historisch bedeutenden Flaggen. Besonders hervorgehoben wurde der 107-jährige Arthur Rose, ein US-Navy-Veteran, der an der alliierten Landung in der Normandie am D-Day teilgenommen hatte. Weitere geehrte Veteranen hatten unter anderem an der Schlacht um Iwo Jima 1945, am Koreakrieg (1950–1953) und am Checkpoint Charlie während des Kalten Krieges teilgenommen. Trump sagte über sie: „Das sind die Kämpfer der grossartigsten Generation. Sie haben die Welt gerettet.“ Trump ehrte auch die Familien von Gold Star Families, Angehörige getöteter US-Soldaten, sowie die vierköpfige Artemis-II-Crew, die im April den Mond umkreist hatte, und Harrison Schmitt, den letzten noch lebenden Astronauten, der den Mond betreten hat.
Ehre für Veteranen und Astronauten
Die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Veranstaltung waren aussergewöhnlich hoch. Der Secret Service hatte das Areal der Feierlichkeiten in eine Hochsicherheitszone verwandelt, die man nur mit Ticket betreten konnte. Während der Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit mussten etliche der geplanten Feierlichkeiten abgesagt oder verkürzt werden. Die traditionelle Parade zum Unabhängigkeitstag in Washington war wegen „extremer Hitze“ abgesagt worden, auch in anderen Orten fielen die Paraden aus, darunter Philadelphia. Auf der National Mall mussten mehrere Menschen kollabieren, woraufhin die Trump-Veranstaltung „Great American State Fair“ zeitweise geschlossen wurde. Bereits im Vorfeld hatte der National Park Service vor einer schädlichen Feinstaub-Konzentration in der Luft gewarnt und Menschen mit Gesundheitsproblemen das Tragen einer Schutzmaske empfohlen.
Den Schlusspunkt der Feierlichkeiten setzte nach Trumps Rede das traditionelle Feuerwerk, das erst kurz vor Mitternacht begann. Insgesamt 850 000 Feuerwerkskörper wurden von zehn Standorten in den Himmel gejagt, womit nach offiziellen Angaben der bisherige Feuerwerks-Weltrekord einer philippinischen Mega-Kirche vor zehn Jahren gebrochen wurde. Während die pyrotechnische Show in gewöhnlichen Jahren rund 20 Minuten dauerte, war sie diesmal rund doppelt so lang und dauerte etwa 40 Minuten. Dichter Rauch lag während und nach dem Spektakel über Washington, was im Artikel als möglicherweise gesundheitsgefährdend beschrieben wird.
Hitze, Sicherheit und ein Rekordfeuerwerk
Parallel fanden in New York weitere Jubiläumsveranstaltungen statt. Im dortigen Hafen segelte eine Flottille historischer Segelschiffe den Hudson River hoch, darunter das Kriegsschiff USS Kearsarge, auf dem Vizepräsident JD Vance erschien. Vance wies Kritik an den Vereinigten Staaten zurück und warf Kritikern vor, sie würden das Wesen Amerikas missverstehen. In einer Rede sagte er: „Sie werden heute einige kleine, aber laute Stimmen hören, die wie besessen nicht von unserer nationalen Grösse, sondern von unseren nationalen Unvollkommenheiten sprechen.“ Auch forderte Vance die US-Bürger auf, eine „zweidimensionale Sicht auf ihre Mitbürger und ihr Land“ abzulehnen.
Für Schatten sorgte ein Marsch maskierter Männer nahe dem Kapitol während der Jubiläumsfeiern. Die maskierten Männer trugen Baseballmützen mit Abzeichen der extremistischen Gruppe „Patriot Front“, die an die Überlegenheit weisser Menschen glaubt, und riefen „Reclaim America!“. Einige von ihnen schwenkten Konföderiertenflaggen – die Flagge der sklavenhaltenden Südstaaten im US-Bürgerkrieg (1861 bis 1865), die heute als rassistisches Symbol gilt. Die Polizei betonte das Recht auf Meinungsfreiheit und griff nicht ein.
Patriot-Front-Marsch am Kapitol
In Philadelphia, wo 1776 die Vertreter der amerikanischen Kolonien die Unabhängigkeitserklärung zur Loslösung von Grossbritannien verabschiedeten, wurde eine Zeitkapsel mit Gegenständen aus allen 50 Gliedstaaten in den Boden versenkt. Die Kapsel soll im Jahr 2276 zum 500. Geburtstag des Landes wieder geöffnet werden. In Charlottesville in Virginia erhielten 75 Menschen aus aller Welt im einstigen Haus des Gründungsvaters Thomas Jefferson das amerikanische Bürgerrecht. Viele demokratisch regierte Gliedstaaten wie Connecticut oder Washington weigerten sich, in den ihnen zugewiesenen Pavillons Ausstellungen zu organisieren – mit Verweis auf die hohen Kosten. Die demokratische Gouverneurin von Massachusetts, Maura Healey, warf Trump vor, er fülle sich selber die Taschen und verlange von den Gliedstaaten, für die Kosten seiner „lächerlichen“ State Fair aufzukommen.
Organisatorisch hatte der Kongress bereits vor zehn Jahren eine überparteiliche Organisation mit dem Namen „America 250“ gegründet, welche im ganzen Land Projekte zum Jubiläum umsetzen sollte. Dann aber rief Trump per Verordnung eine zweite Organisation mit dem Namen „Freedom 250“ ins Leben. Diese kam in den Genuss des Grossteils der vom Kongress zugesagten Gelder, richtete sich an der Person und der Agenda des Präsidenten aus und übernahm die Organisation der meisten Veranstaltungen in der Hauptstadt. Dazu gehören auch der umstrittene Käfigkampf vor dem Weissen Haus im Juni sowie die „Salute to America“-Party am 4. Juli.
Jubiläumsfeiern in New York und Philadelphia
Der 47. Präsident der Vereinigten Staaten hatte die Feierlichkeiten über Wochen hinweg für Selbstdarstellung und Eigenlob genutzt. Trump pries in seiner Rede auch politische Erfolge seiner zweiten Amtszeit und den Erfolg des Krieges gegen den Iran. Seine Zustimmungswerte in der Bevölkerung sind laut Artikel unter dem Eindruck des Iran-Kriegs deutlich gesunken. Trump hatte am Vorabend der Feierlichkeiten am Mount Rushmore National Memorial ebenfalls vor einer kommunistischen Bedrohung gewarnt und dort seine antikommunistische Rhetorik erprobt.
Die USA begingen das Jubiläum zudem mit sportlichen Erfolgen: Die US-Fussball-Nationalmannschaft erreichte das Achtelfinale und sorgte so für einen zusätzlichen Anlass zu den Feiern. Im Artikel wird darauf verwiesen, dass Trump mit Krypto-Geschäften im Jahr 2025 mehr als eine Milliarde Dollar eingenommen habe. Der Artikel wurde von Christian Fahrenbach aus Washington am 5. Juli 2026 verfasst, die Berichte stützen sich unter anderem auf Informationen von Nina Barth (ARD Washington) und Anne Sophie Feil vom ZDF-Studio in Washington.
Fragen & Antworten
Was hat Trump am 4. Juli 2026 in Washington gesagt?
Trump hielt eine rund 40-minütige Rede auf der National Mall zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit, pries einen angeblichen Beginn eines goldenen Zeitalters und warnte zugleich wiederholt vor einer kommunistischen Bedrohung durch die Demokraten.
Warum warnte Trump vor einer kommunistischen Bedrohung?
Trump spielte damit auf jüngste Wahlsiege linksgerichteter demokratischer Politiker an, etwa den Wahlerfolg Zohran Mamdanis, der im Artikel als neuer und beliebter Bürgermeister von New York bezeichnet wird. Die Gruppierung Democratic Socialists of America feiert nach Angaben des Artikels Erfolge in den Vorwahlen der Demokraten.
Welche Programmpunkte begleiteten die Jubiläumsfeier?
Auf der Bühne trat unter anderem der Country-Sänger Lee Greenwood auf, Veteranen des Zweiten Weltkriegs und des Vietnamkriegs sowie die Artemis-II-Crew wurden geehrt; den Abschluss bildete das nach offiziellen Angaben grösste Feuerwerk der Geschichte mit 850 000 Effekten von zehn Standorten.