Nach dem Tod eines 42-jährigen Mannes marokkanischer Herkunft bei einem Polizeieinsatz in Bologna laufen Vorermittlungen gegen zwei Polizeibeamte wegen fahrlässiger Tötung sowie gegen vier Sanitäter; in mehreren italienischen Städten kam es zu teils gewaltsamen Protesten.

Hintergrund: Was geschah in Bologna?

Bei dem Verstorbenen handelt es sich nach italienischen Medienberichten um Abderrahim F., der marokkanische Wurzeln hat und seit seiner Kindheit in Italien lebte. Er war verheiratet und Inhaber einer Umzugsfirma. Am Sonntag starb er in Bologna, während ihn zwei Polizeibeamte auf den Boden drückten.

Laut Augenzeugenberichten saßen die Beamten längere Zeit auf dem am Boden liegenden Mann. Auf einem Video, das unter anderem die italienische Tageszeitung La Repubblica veröffentlichte, ist zu sehen, wie er von zwei Polizisten auf den Boden gedrückt wird. Seine Hände sind auf dem Rücken mit Handschellen gefesselt. Mehrfach ruft er: „Hilfe! Genug, genug!". Die Beamten lassen jedoch erst nach mehreren Minuten von ihm ab, als er sich bereits nicht mehr bewegt. Ein Notarzt stellte seinen Tod fest.

Ermittlungen gegen Polizisten und Sanitäter

Die Polizei war am Samstag in den Stadtteil Pilastro gerufen worden, nachdem Anwohner gemeldet hatten, der Mann verhalte sich aggressiv. Nach Angaben der Behörden setzten die Einsatzkräfte Pfefferspray ein und fixierten seine Handgelenke mit Handschellen und Kabelbindern. Kurz nach der Fixierung habe er einen medizinischen Notfall erlitten und sei trotz des Eingreifens des Rettungsdienstes gestorben, hieß es. Ein Sanitäter beobachtete die Szene zunächst nur.