Forscher der Universität Oxford haben untersucht, warum Vögel nach weiten Flugtagen in Ost- oder Westrichtung geringfügig von ihrer Route abweichen können.
Ihre Untersuchung konzentriert sich auf den Zeitverschiebungs-Effekt bei Vögeln, die innerhalb eines Tages weit nach Osten oder Westen fliegen. Passen sich ihre inneren Uhren nicht schnell genug an die jeweilige Ortszeit an, können sie die Position der Sonne falsch einschätzen.
Damit nutzen die Tiere einen Sonnenkompass, um ihre Richtung zu bestimmen. Wird die Sonne am Himmel wegen der zurückgelegten Distanz anders wahrgenommen, als es dem aktuellen Zeitgefühl entspricht, kann der berechnete Kurs von der tatsächlichen Flugrichtung abweichen.
Die Forscher beschreiben den Effekt als eine Art Jetlag bei Zugvögeln. Die Abweichung ist demnach geringfügig und entsteht vor allem dann, wenn ein Vogel innerhalb eines Tages sehr weite Strecken in einer klaren Ost- oder Westrichtung zurücklegt.
Vögel als Zeitgefühl und Kursrechner
Untersuchungen aus Oxford galten bislang vor allem großen Seevögeln wie dem Atlantiksturmtaucher. In den Alpen, im Mittelmeer und in Irland wurden weitere Vögel beobachtet, die nach sehr langen Flugtagen unterwegs waren.
Der Zeitverschiebungs-Effekt hilft zu erklären, warum Zugvögel ihre traditionellen Flugrouten nicht immer exakt einhalten. Bei der Navigation über große Distanzen können kleine zeitbezogene Fehler beim Lesen des Sonnenkompasses zu Abweichungen führen.
Die beteiligten Forscher nennen als Erklärung: Wenn Vögel innerhalb eines Tages weite Strecken nach Osten oder Westen flögen und sich ihre innere Uhr nicht schnell genug an die jeweilige Ortszeit anpasse, könne dies dazu führen, dass sie den Stand der Sonne fehlinterpretieren und geringfügig von ihrem Kurs abweichen, erklären die Forscher.
