Stromausfall in Reutlingen: Brandstiftung am Umspannwerk West – rund 10.000 Haushalte weiter ohne Strom
Reutlingen, 08. Juni 2026
Helmlechner / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0
Kurzfassung
Nach einem nächtlichen Brand im Umspannwerk Reutlingen-West ermittelt das Landeskriminalamt Baden-Württemberg in alle Richtungen. Der Netzbetreiber Netze BW spricht von Hinweisen auf Brandstiftung; etwa 10.000 Kundinnen und Kunden der Fairnetz GmbH sind weiterhin ohne Strom.
In der Nacht zum 8. Juni 2026 ist im Umspannwerk Reutlingen-West ein Brand ausgebrochen, der Teile der Stadt Reutlingen vom Strom getrennt hat; das Landeskriminalamt Baden-Württemberg ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung.
Was in der Nacht geschah
Wie Netze BW mitteilte, war das Umspannwerk in Reutlingen-West um 1.45 Uhr ausgefallen. Ein Sprecher des Netzbetreibers sagte: „Ein Sprecher des Netzbetreibers Netze BW teilte mit, es seien drei Brandstellen an einem Umspannwerk und Schäden an einem Zaun gefunden worden." Darüber hinaus seien „der Zaun und das Gelände vor der Anlage beschädigt", hieß es weiter.
Nach Angaben des regionalen Strom- und Gasnetzbetreibers Fairnetz GmbH waren zunächst rund 20.000 Kundinnen und Kunden von dem Ausfall betroffen. Etwa fünfeinhalb Stunden nach Beginn der Störung habe rund die Hälfte der Betroffenen wieder Strom gehabt. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung blieben laut Netze BW aber noch etwa 10.000 Menschen ohne Versorgung. „Laut dem Netzbetreiber sind noch etwa 10.000 Menschen ohne Strom."
Zahl der Betroffenen
Die Energieversorgung konnte nach Angaben der Beteiligten inzwischen teilweise wiederhergestellt werden. „Die Energieversorgung konnte inzwischen teilweise wiederhergestellt werden." Netze BW unterstütze die Fairnetz GmbH offiziell bei der Wiederversorgung. Beide Unternehmen teilen sich das Umspannwerk Reutlingen-West.
Die Stadt Reutlingen teilte mit, dass der Stromausfall noch „eine längere Zeit" andauern werde. „Der Stadt zufolge wird der Stromausfall 'eine längere Zeit' andauern." Telefon- und Internetverbindungen seien nur eingeschränkt verfügbar, hieß es. Verantwortliche Behörden arbeiteten gemeinsam mit Feuerwehr und Polizei an Strategien, um die Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen.
Einsatz von Behörden und Netzbetreibern
Nach Angaben einer Polizeisprecherin sind auch kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen von dem Ausfall betroffen. Der Sprecherin zufolge werde die Lage fortlaufend bewertet. Wie genau Krankenhäuser und Pflegeheime gegen die Folgen des Ausfalls abgesichert werden, wurde von offizieller Seite zunächst nicht im Detail erläutert.
Das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg hat die Ermittlungen aufgenommen. Nach Angaben des LKA werde in alle Richtungen ermittelt. Brandexperten des LKA seien hinzugezogen worden, da dies bei Vorfällen ab einer bestimmten Größenordnung zum Standardverfahren gehöre. Ein Sprecher von Netze BW erklärte, es gebe Hinweise auf Brandstiftung an dem Umspannwerk.
Ermittlungen und Hinweise auf Brandstiftung
Wörtlich teilte der Sprecher mit: „Es seien drei Brandstellen gefunden worden" und es seien „außerdem der Zaun und das Gelände vor der Anlage beschädigt". Eine offizielle Bestätigung, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handelt, liegt nach Angaben der Ermittler bislang nicht vor. Auch ein möglicher Hintergrund oder eine Urheberschaft wurden von offizieller Seite zunächst nicht benannt.
Die Nachricht wurde am 08.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. „Diese Nachricht wurde am 08.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet." Weitere überregionale Medien griffen den Vorfall am Morgen auf. Eine offizielle Stellungnahme des baden-württembergischen Innenministeriums lag zunächst nicht vor.
Anwohnerinnen und Anwohner berichteten am Morgen von flackernder Beleuchtung und ausgefallenen Aufzügen. In mehreren Stadtteilen funktionierten Kühlschränke, Heizungen und elektrische Geräte nicht. Betroffene Haushalte wurden gebeten, stromsparende Maßnahmen zu beachten und auf den Notruf nur in echten Notlagen zurückzugreifen.
Auswirkungen auf den Alltag
Versorgungseinrichtungen wie Supermärkte und Apotheken waren nach Informationen aus der Region teilweise nicht oder nur eingeschränkt geöffnet. Tankstellen konnten vielerorts nicht bedient werden, da die Zapfsäulen ohne Strom ausfielen. Die Fairnetz GmbH verwies auf aktuelle Informationen über ihre Website und ein Bürgertelefon.
Der Vorfall weckt Erinnerungen an frühere Angriffe auf die Strominfrastruktur in Berlin. Bereits am 9. September 2025 waren bei einem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag auf einen Technologiepark zwei Strommasten beschädigt worden. Damals waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe ohne Strom. „September 2025 auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe von einem Stromausfall betroffen."
Parallelen zu früheren Angriffen
Am 3. Januar 2026 folgte ein weiterer Anschlag auf Starkstromkabel in Berlin, der nach Angaben der Behörden noch länger andauerte als der September-Vorfall. „Ein weiterer Anschlag auf Starkstromkabel in Berlin war 3." In beiden Berliner Fällen ermittelten die Behörden wegen politisch motivierter Straftaten. Ein direkter Zusammenhang mit dem Reutlinger Vorfall wurde bisher nicht hergestellt.
In Reutlingen betonen Polizei und Stadtverwaltung, dass sie keine Hinweise auf eine akute Gefahr für die Bevölkerung hätten. Die Bürgerinnen und Bürger wurden gebeten, sich über offizielle Kanäle zu informieren und keine Gerüchte zu verbreiten. Notfallpläne für kritische Infrastrukturen seien aktiviert worden, hieß es.
Wie es weitergeht
Die Netze BW kündigte an, die Schäden an dem Umspannwerk so rasch wie möglich zu beheben. Solange die Anlage nicht vollständig repariert sei, bleibe die Versorgung in den betroffenen Stadtteilen anfällig für weitere Einschränkungen. Wann die volle Stromversorgung wiederhergestellt werden kann, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung offen.
Die Ermittlerinnen und Ermittler des LKA bitten Zeuginnen und Zeugen, die in der Nacht verdächtige Beobachtungen rund um das Umspannwerk Reutlingen-West gemacht haben, sich bei der Polizei zu melden. Hinweise würden über die örtlichen Polizeidienststellen und die Online-Wache entgegengenommen.
Für die kommenden Tage kündigten Stadt und Netzbetreiber eine gemeinsame Pressekonferenz an, um über den Stand der Wiederherstellung und die Ergebnisse der ersten Ermittlungen zu informieren. Die Behörden betonten, dass die Sicherheit der Stromversorgung oberste Priorität habe.
Fragen & Antworten
Was ist in Reutlingen passiert?
In der Nacht zum 8. Juni 2026 brach im Umspannwerk Reutlingen-West ein Brand aus, der Teile der Stadt vom Strom trennte. Das LKA Baden-Württemberg ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung.
Wie viele Menschen sind betroffen?
Nach Angaben von Netze BW und Fairnetz GmbH waren zunächst rund 20.000 Kundinnen und Kunden ohne Strom; etwa 10.000 blieben es auch mehrere Stunden nach dem Ausfall.
Gibt es einen Zusammenhang mit früheren Angriffen auf die Strominfrastruktur?
Bisher wurde kein direkter Zusammenhang mit den Angriffen in Berlin im September 2025 und im Januar 2026 hergestellt; die Ermittler prüfen in alle Richtungen.
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