Die großen Streaming-Anbieter wie Netflix, Prime Video und Disney+ setzen zunehmend auf die wöchentliche Veröffentlichung von Serienfolgen – und verabschieden sich damit vom Prinzip des Bingewatchings, bei dem alle Episoden einer Staffel gleichzeitig verfügbar sind.

Vom digitalen Schlaraffenland zur alten Fernsehlogik

Anfangs prägten Streaming-Dienste das Bild eines "digitalen Schlaraffenlands", wie es Professor Marcus S. Kleiner von der SRH University of Applied Sciences beschreibt: "Es war die große Idee des Streamings: Ich kann etwas schauen, egal wo ich bin, wie spät es ist und so viel ich will. Also ein digitales Schlaraffenland." Diese Ära scheint vorbei zu sein. Stattdessen kehren viele Anbieter zur traditionellen wöchentlichen Ausstrahlung zurück, wie sie früher vom linearen Fernsehen bekannt war.

Netflix, das mit der gleichzeitigen Veröffentlichung ganzer Staffeln das Bingewatching populär machte, testete bereits mit der letzten Staffel von "Stranger Things" eine geteilte Veröffentlichung mit mehrwöchiger Pause zwischen den Teilen. Andere Dienste wie Disney+ setzen von vornherein auf wöchentliche Episoden, insbesondere bei Marvel- und Star-Wars-Serien.

Wöchentliche Veröffentlichungen als neue Strategie

Apple TV zeigt Serien wie "Severance" und "Ted Lasso" ebenfalls wöchentlich, während HBO Max dieses Modell bei Produktionen wie "The Pitt", "Euphoria" und "Heated Rivalry" anwendet. Diese Strategie soll die Diskussion über die Serien verlängern und die Abonnenten länger an den Dienst binden.