Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Donnerstag im Hambacher Schloss den polnischen Juristen und früheren Justizminister Adam Bodnar mit dem dritten Hambacher Freiheitspreis ausgezeichnet.

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Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ehrt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte einsetzen. Steinmeier würdigte den 49-jährigen Preisträger als leidenschaftlichen Kämpfer für Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

In seiner Rede erinnerte Steinmeier an die historische Bedeutung des Ortes. Beim Hambacher Fest hatten 1832 Zehntausende Menschen Freiheit, nationale Einheit und Bürgerrechte eingefordert. Der Bundespräsident zog eine direkte Linie von dieser frühen Demokratiebewegung zu den heutigen Herausforderungen.

Mit Nachdruck wandte sich Steinmeier gegen Versuche, die deutschen Nationalfarben politisch zu vereinnahmen. "Schwarz-Rot-Gold – das sind die Farben der Demokratie", betonte er. "Das sind die Farben der Demokratie, und die lassen wir uns nicht nehmen von denen, die die Demokratie verachten."

Der Preisträger: Vom Menschenrechtsbeauftragten zum Minister

Steinmeier hob die enge Verbindung zwischen der polnischen und der deutschen Freiheitsgeschichte hervor. Der Freiheitskampf der Polen habe die deutsche Demokratiebewegung im 19. Jahrhundert ebenso inspiriert, wie die Entwicklung in Polen den Umbruch von 1989 in der DDR beeinflusst habe.

Der Preisträger Adam Bodnar erwarb sich als polnischer Menschenrechtsbeauftragter von 2015 bis 2021 hohes Ansehen. In dieser Zeit galt er als scharfer Kritiker der rechtskonservativen PiS-Regierung und verteidigte konsequent die Unabhängigkeit der Justiz.

Nach dem Wahlsieg eines proeuropäischen Bündnisses wurde Bodnar 2023 Justizminister und kündigte umfassende Maßnahmen zur Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit an. Im Juli 2025 wurde er jedoch als Minister wieder abgesetzt.

Steinmeier rief in seiner Laudatio zu anhaltendem Engagement für die Demokratie auf. "Lassen Sie uns gemeinsam nie müde werden, freiheitliche Demokratie zu leben und zu verteidigen", sagte er.

Historischer Ort und frühere Preisträger

Der Hambacher Freiheitspreis wurde zum dritten Mal verliehen. Bisherige Preisträger waren der frühere Bundespräsident Joachim Gauck im Jahr 2022 und die russische Menschenrechtsaktivistin Irina Scherbakowa im Jahr 2024.

Die Verleihung fand im Rahmen eines Festakts im Hambacher Schloss in der pfälzischen Stadt Neustadt an der Weinstraße statt. Das Schloss gilt als Symbol der deutschen Demokratiegeschichte.

Die Veranstaltung wurde live im Programm des Deutschlandfunks übertragen. Zahlreiche Gäste aus Politik, Justiz und Zivilgesellschaft nahmen an der Zeremonie teil.