Die Stadtbibliothek Magdeburg hat eine für Juni geplante Lesung des Autors und Transparenzaktivisten Arne Semsrott nach einer Anfrage der AfD-Fraktion zurückgezogen, die Lesung fand anschließend aber doch zweimal statt.

Hintergrund der Anfrage

Der Autor und Projektleiter des Transparenzportals FragDenStaat, Arne Semsrott, war für eine Lesung in der Stadtbibliothek Magdeburg vorgesehen, wenige Monate vor einer Landtagswahl. Wie aus einem Bericht von MDR hervorgeht, zog die Stadtbibliothek ihre Zusage für die Veranstaltung zurück, nachdem die AfD-Fraktion im Magdeburger Stadtrat eine Anfrage zu einer früheren Semsrott-Lesung im Jugendclub Alte Bude gestellt hatte. Semsrott hatte im Januar im Jugendclub Alte Bude vor ausverkauftem Haus aus seinem Buch gelesen.

Nachdem die Anfrage der AfD öffentlich wurde, leitete die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben eine interne Prüfung des geplanten Bibliothekstermins ein. Die Stadtbibliothek zog ihre Bestätigung für die Lesung daraufhin zurück. Semsrott machte diesen Schritt öffentlich und kritisierte ihn scharf. Er sprach von 'vorauseilendem Gehorsam' gegenüber der extremen Rechten: 'Wie eine Stadtverwaltung in vorauseilendem Gehorsam letztlich schon das erledigt, was die extreme Rechte will.'

Semsrott beschrieb das Vorgehen als typisches Muster rechtsextremer Anfragen. 'Das kennen wir schon so von der Extremrechten. Das ist ein Mittel, um einzuschüchtern, um einzelne Personen und Kulturorte zu markieren.' Gleichzeitig stellte er klar, dass die Absage seiner Ansicht nach nicht von AfD-Mitgliedern ausging: 'Die Zusage sei nicht von Menschen zurückgezogen worden, die der AfD angehörten, sondern von solchen, die dem Streit aus dem Weg gehen wollten.'