Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI warnt in seinem Jahresbericht 2026 vor einer weiteren Zuspitzung des nuklearen Wettrüstens und vor dem Zerfall der Rüstungskontrolle zwischen den Großmächten.
Zahlen: Mehr einsatzbereite Sprengköpfe als im Vorjahr
Nach Schätzungen der Friedensforscher verfügten die neun Atomwaffen-Mächte USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel im Januar 2026 über 12.187 Atomsprengköpfe. Damit ging die Gesamtzahl der Atomsprengköpfe weltweit nach SIPRI-Schätzungen leicht zurück – von 12.241 Anfang 2025 auf 12.187 Anfang 2026. Das liege aber allein daran, dass die USA und Russland weiterhin ausgemusterte Sprengköpfe demontieren, erklärte das Institut.
Bei den militärisch nutzbaren Sprengköpfen verzeichnete SIPRI dagegen einen Anstieg von 9.614 auf 9.745. Etwa 4.012 dieser Sprengköpfe waren demzufolge auf Raketen bzw. Stützpunkten mit einsatzbereiten Kräften stationiert – rund hundert mehr als im Vorjahr. Zwischen 2.100 und 2.200 Sprengköpfe befanden sich laut SIPRI in hoher Einsatzbereitschaft auf ballistischen Raketen. Fast alle gehörten Russland und den USA, in kleinerem Umfang verfügten auch Frankreich und Großbritannien über solche Sprengköpfe. Möglicherweise hätten inzwischen auch China und Indien begonnen, gelegentlich eine kleinere Zahl von Sprengköpfen auf Raketen zu platzieren.
