Herat, 11 Juni 2026

Sicherheitskräfte der Taliban haben am Dienstag in der westafghanischen Stadt Herat eine Demonstration für Frauenrechte gewaltsam aufgelöst und dabei nach Angaben der UNO-Mission in Afghanistan mindestens einen Jungen durch Schüsse getötet.

Am Dienstag hatten in Herat etwa 100 bis 150 Menschen gegen die Festnahmen von Frauen am Wochenende demonstriert. Wie die UNO-Mission in Afghanistan mitteilte, wurden die Schüsse durch Sicherheitskräfte abgegeben. Die UNO-Mission in Afghanistan berichtete am Mittwoch, dass mindestens ein Mensch, ein Junge, durch Schüsse getötet worden sei. Zudem gebe es Berichte über einen zweiten Toten und mehrere Verletzte durch Stockschläge.

Hintergrund: Festnahmen als Auslöser

Augenzeugen berichteten, die Proteste seien ausgebrochen, als die Sittenwächter versucht hätten, mehrere Frauen festzunehmen. Die Frauen waren von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie keinen Ganzkörperschleier getragen hatten. Zwei Zeugen sagten AFP-Reportern, sie hätten gesehen, wie Sicherheitskräfte bei der Demonstration durch Männer Schusswaffen eingesetzt hätten. Ein Zeuge bestätigte zudem, dass die Sicherheitskräfte auch Stöcke und Peitschen verwendeten.