Bei Schwerpunktkontrollen in Traun (Bezirk Linz-Land) hat die Polizei in der vergangenen Woche 13 E-Scooter aus dem Verkehr gezogen, darunter ein manipuliertes Allradfahrzeug, das bis zu 150 km/h erreichen konnte.

Hintergrund der Kontrollen

Die Kontrollen wurden vom Verkehrsdienst der Polizei Traun teilweise gemeinsam mit der Stadtwache Traun durchgeführt. Wie die Polizei mitteilte, richteten sich die Überprüfungen gegen Fahrzeuge mit mehr als 600 Watt Leistung sowie gegen Scooter, die die in Österreich zulässige Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h überschreiten. Bei einer Schwerpunktkontrolle in Traun (Bezirk Linz-Land) und Umgebung hat die Polizei in der Vorwoche einen mit Allradantrieb ausgestatteten E-Scooter konfisziert, der 150 km/h erreichen konnte.

Bei dem auffälligsten sichergestellten Fahrzeug handelte es sich um einen nachträglich manipulierten Scooter: „Der Scooter verfügte über Allradantrieb, war nachträglich manipuliert worden und soll laut Angaben des Lenkers bis zu 150 km/h erreichen können“, berichtete die Polizei. Damit lag die Höchstgeschwindigkeit dieses Fahrzeugs um ein Vielfaches über dem gesetzlichen Limit.

Minderjährige im Fokus

Insgesamt wurden im Zuge der Aktion 13 E-Scooter-Lenker aus dem Verkehr gezogen. Nach Angaben der Polizei handelte es sich dabei überwiegend um Minderjährige, denen die Fahrzeuge von ihren Eltern zur Verfügung gestellt worden waren. Die APA berichtete am 13. Juli 2026 unter Berufung auf die Polizei, dass es sich laut Polizei hauptsächlich um Minderjährige handelte, die die Fahrzeuge von ihren Eltern bekommen haben.

Unter den Beanstandungen befand sich ein 12-Jähriger, dessen E-Scooter eine Geschwindigkeit von 51 km/h erreichte. Ein 14-Jähriger fiel innerhalb einer Woche gleich zweimal auf. Sein E-Scooter erreichte laut Polizei eine Geschwindigkeit von 43 km/h. Bei einem weiteren Fahrzeug wurde die Messung bei 83 km/h abgebrochen.

Die strafmündigen Jugendlichen sowie die beteiligten Erwachsenen werden mehrfach bei der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land angezeigt. Eltern sowie die Jugendlichen, sofern sie schon strafmündig sind, werden angezeigt. Anzeigen erfolgen auch gegen jene Erziehungsberechtigten, die ihren Kindern derartige E-Scooter überlassen haben.

Konsequenzen für Eltern und Jugendliche

Die Polizei verwies in diesem Zusammenhang auf die Unfallrisiken durch überhöhte Geschwindigkeit. Allein am 11. Juli 2026 ereigneten sich in Traun zudem zwei Verkehrsunfälle mit Personenschaden, an denen E-Scooter beteiligt waren. Die Beamten betonten, dass gerade getunte oder zu schwere Geräte für junge Lenkerinnen und Lenker ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen.

Die Kontrollen in Traun und Umgebung sind Teil einer Reihe von Schwerpunktaktionen, mit denen die Polizei in Oberösterreich gezielt gegen nicht regelkonforme E-Scooter vorgeht. Dabei werde laut Polizei besonders darauf geachtet, ob die Fahrzeuge die gesetzlich vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h einhalten und die zulässige Motorleistung von 600 Watt nicht überschreiten.

Weitere Kontrollen geplant

Mit den Anzeigen gegen Eltern und strafmündige Jugendliche will die Polizei nach eigenem Bekunden ein Zeichen setzen, dass die Verantwortung für die Verkehrssicherheit nicht bei den Jugendlichen allein liegt. Wer seinen Kindern nicht den Regeln entsprechende E-Scooter überlasse, müsse mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, hieß es.

Die Aktion in Traun ist noch nicht abgeschlossen. Weitere Kontrollen in der Region seien geplant, so die Polizei. Auch in anderen oberösterreichischen Bezirken werden Schwerpunktkontrollen rund um E-Scooter fortgesetzt.