Russlands Oberstes Gericht hat am Montag die liberale Partei Jabloko von den Parlamentswahlen im September ausgeschlossen und damit die einzige offiziell registrierte russische Partei, die dem Krieg des Landes in der Ukraine widerspricht, an den Rand gedrängt.

Die am 10. August 2026 ergangene Entscheidung entfernt Jabloko von einem Wahlzettel, der bereits durch den Ausschluss der meisten unabhängigen und oppositionell eingestellten Kandidaten verkleinert worden war. Jabloko, in den frühen 1990er Jahren als pro-demokratische und pro-europäische Kraft gegründet, hatte sich als die einzige Partei im offiziellen Register positioniert, die öffentlich ein Ende des Konflikts in der Ukraine forderte. Ihr Ausschluss bedeutet, dass bei der Parlamentsabstimmung im September keine registrierte Partei mehr verbleibt, die den Krieg offen kritisiert.

Das Oberste Gericht folgte einer Beschwerde des Justizministeriums, das argumentierte, die Struktur der Partei verstoße gegen das russische Wahlrecht. Nach dem vom Ministerium angeführten Gesetz müssen Parteien detaillierte organisatorische und berichtspflichtige Anforderungen erfüllen, wobei jeder Verstoß ein Grund für einen Ausschluss sein kann. Jablokos Anwälte führten vor Gericht an, die beanstandeten Punkte seien geringfügig und rein formaler Natur, und ein Ausschluss von der Wahl sei unverhältnismäßig. Das Gericht wies diese Argumente zurück.