Vor dem Wiener Landesgericht ist am Mittwoch der Mordprozess gegen zwei polnische Männer fortgesetzt worden, die laut Anklage einen 37-jährigen rumänischen Obdachlosen vor knapp einem Jahr in der Neuen Donau ertränkt haben sollen.
Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Beschuldigten vor, das Opfer zunächst auf der Donauinsel bewusstlos geschlagen und anschließend von einem Brückenpfeiler der Nordbrücke über einen Treppelweg zur Neuen Donau geschleift zu haben. Dort sei der 37-Jährige, der 1,74 Meter groß war und zuletzt 62 Kilogramm wog, ertränkt worden. Beide Angeklagten stammen aus Polen, das Opfer aus Rumänien; alle Beteiligten gehörten der Wiener Obdachlosenszene an.
Aussage der Lebensgefährtin
Vor Gericht sagte am Mittwoch eine 46-jährige Zeugin aus, die nach eigenen Angaben mit einem der beiden Angeklagten in einer Beziehung war. Die Frau berichtete, sie habe nicht bemerkt, wie die beiden polnischen Männer auf den rumänischen Mann einschlugen. Sie habe die Lage als „sehr belastend“ empfunden und schilderte, der 44-jährige Angeklagte sei ihr nie aggressiv erschienen: „Ich habe ihn nie aggressiv erlebt.“
