Die Gewerkschaft PRO-GE hat bei einer Pressekonferenz in Wien die Einrichtung eines Lehrlingsfonds verlangt, um die wachsende Lehrstellenlücke in Österreich zu schließen.
PRO-GE, die Produktionsgewerkschaft in der GPA, präsentierte ihre Forderung am Dienstag vor Journalisten. Im Zentrum steht ein Fonds, der finanzielle Anreize für Betriebe schaffen soll, zusätzliche Lehrstellen anzubieten. Die Gewerkschaft reagiert damit auf eine nach eigenen Angaben zunehmende Zahl unbesetzter Lehrstellen in mehreren Branchen.
Gewerkschafter Reinhold Binder erläuterte die Hintergründe der Initiative. Viele kleine und mittelständische Unternehmen scheuten das wirtschaftliche Risiko einer Lehrausbildung, weil die Kosten für Ausbilder, Material und Ausbildungszeit schwer zu kalkulieren seien. Ein Fonds solle diese Risiken abfedern und insbesondere Betrieben in Branchen mit hoher Lehrstellenlücke zugutekommen.
Hintergrund
Die Wirtschaftskammer WKO, die als Interessenvertretung der Unternehmen in Österreich fungiert, wies die Forderung indes nicht grundsätzlich zurück. Sie betonte jedoch, dass nach eigenen Erhebungen rund die Hälfte der Unternehmen mehr Jugendliche ausbilden würde, wenn sich geeignete und interessierte Bewerber fänden. 30 Prozent der Betriebe erklärten demnach, sie seien sicher bereit, mehr Lehrlinge aufzunehmen, weitere 23 Prozent zeigten sich vielleicht dazu bereit.
