Die traditionalistische Priesterbruderschaft St. Pius X. hat sich mit der Weihe eigener Bischöfe gegen ein ausdrückliches Verbot von Papst Leo XIV. gestellt und einen offenen Bruch mit dem Vatikan riskiert.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X., kurz Piusbrüder, vollzog die Bischofsweihen am Dienstag, obwohl der Papst sie wenige Tage zuvor eindringlich untersagt hatte. In einem Schreiben an den Generaloberen Davide Pagliarani hatte Leo XIV. die Zeremonie als schismatischen Akt verurteilt und die Verantwortlichen zur Umkehr aufgefordert. Die Bruderschaft folgte dieser Bitte nicht und ging damit auf Konfrontationskurs zur katholischen Kirche.
Der Konflikt hat eine jahrzehntelange Vorgeschichte. Gegründet wurde die Gemeinschaft 1970 in Ecône von dem französischen Erzbischof Marcel Lefebvre, weshalb ihre Anhänger bisweilen auch als Lefebvristen bezeichnet werden. Zum ersten grossen Eklat kam es 1988, als Lefebvre ebenfalls in Ecône vier Bischöfe weihte, unter ihnen zwei, die bis heute in der Bruderschaft aktiv sind. Diese Weihe ohne päpstliches Mandat gilt als Auslöser des anhaltenden Schismas. Nach den Worten des Papstes könnte eine solche Abspaltung die Gläubigen der Gemeinschaft des "rechtmäßigen und in manchen Fällen sogar des gültigen Empfangs der Sakramente berauben".
