Papst Leo XIV hat am Montag bei seinem Besuch in der lothringischen Stadt Metz zu mehr Ehrlichkeit im zwischenmenschlichen und zwischenstaatlichen Umgang aufgerufen und vor einer wachsenden Verrohung der Sitten gewarnt.

Programmatische Rede in Lothringen

In seiner Ansprache sagte der Papst wörtlich: "Today, relations between individuals and states are becoming increasingly uncivilized. The value of keeping one's word is dismissed; instead, people boast of lies and deceit." Er zeigte sich besorgt über den Verlust grundlegender Werte wie Verlässlichkeit und Wahrhaftigkeit und verwies darauf, dass das offene Bekenntnis zu Lügen und Täuschung in vielen Kontexten um sich greife.

Der Papst, der in diesem Jahr auch Station in Paris gemacht hatte, stellte seine Rede in die Tradition der europäischen Einigungsgeschichte. Er erinnerte an Robert Schuman, den er als Vordenker einer Friedensordnung auf dem Kontinent würdigte. Schuman, einer der Architekten der europäischen Integration, war später Präsident des Europäischen Parlaments.