Der nordrhein-westfälische Medienminister Nathanael Liminski (CDU) sieht bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD, ZDF und Deutschlandradio eine ernsthafte Bereitschaft, eigene Strukturen und Programmangebote auf den Prüfstand zu stellen.

Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk, das am Sonntag um 11:05 Uhr vollständig ausgestrahlt werden sollte, betonte Liminski, er mache seit gut acht Jahren hauptberuflich Medienpolitik. In dieser Zeit habe sich der Ton grundlegend verändert: „Es gehe nicht mehr darum, sich als Bollwerk der Demokratie zu gerieren, an dem jede Kritik verboten sei", sagte Liminski. Vielmehr gebe es echte Bereitschaft der Sender, Strukturen in Frage zu stellen. Das gelte auch für die Frage, ob man beim Programmangebot immer alles berücksichtigt habe.

Hintergrund: Ausladung von Danger Dan

Hintergrund der Debatte ist unter anderem die umstrittene Ausladung des Rappers Danger Dan von der ZDF-Satireshow „Die Anstalt". Das ZDF hatte den Auftritt mit Verweis auf den Liedtext abgesagt. „Der Text propagiere Selbstjustiz und schließe rechtswidrige Taten und Gewalt nicht aus", hieß es aus dem Sender. Zudem könne das Lied als Anleitung zu politischem Extremismus verstanden werden. Danger Dan selbst hatte angekündigt, gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit das Lied „Keine Angst" präsentieren zu wollen.