Norris holt Pole in Ungarn vor Hamilton – Mercedes-Serie reißt
Budapest, 25. Juli 2026
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Kurzfassung
Lando Norris hat sich im McLaren die Pole Position für den Großen Preis von Ungarn gesichert und dabei Rekordfahrer Lewis Hamilton im Ferrari nur um 0,012 Sekunden geschlagen. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli wurde im Mercedes Vierter, womit erstmals in dieser Saison kein Silberpfeil von ganz vorne startet.
Formel-1-Weltmeister Lando Norris hat im McLaren die Pole Position für den Großen Preis von Ungarn geholt und damit die seit Saisonbeginn andauernde Mercedes-Serie an ersten Startplätzen beendet.
Der Brite setzte sich am Samstag auf dem Hungaroring in Mogyorod vor den Toren Budapests mit einer Runde von 1:17,207 Minuten knapp vor seinem Landsmann Lewis Hamilton im Ferrari (+0,012 Sekunden) und dessen Teamkollege Charles Leclerc (+0,238 Sekunden) durch. Damit startet beim elften Saisonlauf erstmals kein Mercedes von der Pole Position.
Norris dominiert alle drei Quali-Abschnitte
Norris war in allen drei Qualifying-Abschnitten der Schnellste und holte sich seine insgesamt 17. Pole Position. Schon am Samstagvormittag hatte der Vorjahressieger im dritten freien Training den Ton angegeben und war mit 1:17,939 Minuten Bestzeit gefahren. "Ich bin sehr glücklich, zurück an der Spitze zu sein", sagte der Brite nach seiner starken Vorstellung.
Für Hamilton, der in Ungarn mit acht Siegen Rekordhalter ist, war es dennoch eine sehr starke Leistung. Der Ferrari-Star, der die Strecke vor den Toren Budapests wie kaum ein Zweiter kennt und neunmal die Pole Position holte, wurde mit einem Rückstand von nur 0,117 Sekunden Zweiter. Beim 40-jährigen Jubiläum des Rennens hatte der Brite seine zehnte Poleposition vor den Toren Budapests im Visier, verpasste sie aber denkbar knapp.
Hamilton verpasst zehnte Ungarn-Pole knapp
Hinter den beiden etatmäßigen Spitzenfahrern reihte sich Leclerc im zweiten Ferrari ein, Dritter wurde WM-Titelverteidiger und Vorjahressieger Lando Norris im McLaren (+0,499). WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli belegte nach zwei Pole Positions in Folge nur den vierten Rang (+0,272). Der Italiener fuhr damit zum ersten Mal in dieser Saison nicht aus der ersten Reihe los.
Die Enttäuschung bei Mercedes war im Abschlusstraining deutlich spürbar. "Das Auto fühlt sich fürchterlich an, es ist so aus der Balance", sagte Teamkollege George Russell auf dem Teamfunk. Der Brite, der in der WM-Wertung 45 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Antonelli hat, kam über Platz 13 nicht hinaus. Am Nachmittag lag der italienische WM-Leader mit 1,964 Sekunden dann deutlich zurück.
Mercedes hadert mit der Balance
Insgesamt hatten die Silberpfeile auf dem Hungaroring mit seinen langsamen, engen Kurven vor dem Rennen am Sonntag (15.00 Uhr MESZ/live ORF 1 und Sky) in allen Trainings zu kämpfen. Die Streckencharakteristik mit ihren langsamen Kurven dürfte der Scuderia entgegenkommen, hieß es bereits im Vorfeld. Der 41-jährige Hamilton war 2020 der bisher letzte Pilot, der in einem Mercedes in Ungarn gewinnen konnte.
Hinter den Top 4 komplettierte Verstappen im Red Bull die zweite Startreihe als Fünfter. Der Niederländer hatte zwischenzeitlich für Aufregung gesorgt, als er in Kurve 15 die Kontrolle über sein Auto verlor und sich drehte – mitten in den fließenden Runden von Antonelli und Russell. Ohne Folgen blieb der Ausrutscher aber für den Niederländer nicht: Er rutschte in der Endabrechnung hinter Leclerc zurück.
Verstappens Ausrutscher in Kurve 15
WM-Spitzenreiter Antonelli hatte im Abschlusstraining zuvor den dritten Rang belegt (+0,129 Sekunden) und seine gute Form aus Belgien konserviert. Im bisherigen Saisonverlauf hatten sich Antonelli (sechs Poles) und Russell (vier Poles) noch die besten Startpositionen untereinander aufgeteilt. Doch am Samstag durchbrach Norris die Phalanx und holte für McLaren die erste Pole in dieser Saison.
Schon in Q1 und Q2 war die Rangordnung unmissverständlich. Im ersten Segment schieden Oliver Bearman, Carlos Sainz, Alexander Albon, Lance Stroll, Valtteri Bottas und Sergio Pérez aus. In Q2 folgten Fernando Alonso, Esteban Ocon, Gabriel Bortoleto, Franco Colapinto, Pierre Gasly und Liam Lawson. Alonso feierte mit dem runderneuerten Aston Martin immerhin einen kleinen Erfolg: Der spanische Altmeister, der mit 16 Upgrades am Auto am Start ist, qualifizierte sich auf Rang 16.
Audi zeigt aufsteigende Form
Nico Hülkenberg bestätigte den positiven Eindruck des Audis auf dem Hungaroring und geht von Platz 10 aus ins Rennen. Sein Teamkollege Gabriel Bortoleto, der zweite Audi-Fahrer, startet von Startplatz 14. Damit zeigt der deutsche Hersteller nach seinem Einstieg in die Formel 1 weiter aufsteigende Tendenz. Den Brasilianer verpasste die Top 10 im Q2 um eine gute halbe Sekunde.
Im elften Grand Prix der Saison startet damit erstmals kein Mercedes aus der Pole Position. Die Enttäuschung bei den Silberpfeilen ist auch deshalb groß, weil der Hungaroring mit seinen langsamen Kurven eigentlich als Mercedes-Strecke galt. Doch Antonelli verpasste im letzten Ungarn-Training Rang eins deutlich und Russell haderte mit der Balance seines Autos.
Für die WM-Wertung bedeutet das Qualifying eine Verschärfung der Ausgangslage. Dem WM-Dritten fehlen nach seinem von Hamilton verursachten Aus vergangenen Sonntag in Belgien bereits 50 Punkte auf Spitzenreiter Antonelli, der in Spa-Francorchamps im zehnten Saisonrennen seinen sechsten Sieg geholt hatte. Antonelli führt das Klassement nach zehn von 22 Rennen mit 45 Punkten Vorsprung auf Hamilton an.
Im Qualifying auf dem zum Überholen nur mäßig geeigneten Hungaroring könnte schon eine Vorentscheidung um den Sieg fallen, ehe es in die fast einmonatige Sommerpause der Formel 1 geht. Nach der vierwöchigen Unterbrechung geht es für die Fahrer am 21. August weiter, wenn die Saison in Zandvoort fortgesetzt wird.
Bedeutung für den WM-Kampf
Hamilton, der am Freitagnachmittag im ersten freien Training in Mogyorod mit 0,148 Sekunden Rückstand auf Leclerc die zweite Position belegt hatte, unterstrich mit seiner Qualifying-Vorstellung seine außergewöhnliche Hungaroring-Bilanz. Insgesamt war es seine zweite Startposition in dieser Saison, und sie kommt für den Briten zum richtigen Zeitpunkt, um den Druck auf WM-Leader Antonelli hochzuhalten.
Mit seiner insgesamt 17. Pole Position rückt Norris in der ewigen Bestenliste weiter nach oben. Hamilton, der ganz nah dran ist an seiner 105. Pole, verpasste den Rekord-Coup nur um Haaresbreite. Die Ausgangslage für das Rennen am Sonntag verspricht Hochspannung: Zwei Briten an der Spitze, gefolgt von Ferrari und einem kämpfenden Mercedes.
Ausblick auf die Sommerpause
Nach dem Rennen in Budapest verabschiedet sich die Formel 1 in die Sommerpause. Für McLaren und Norris ist die Pole auf dem Hungaroring ein wichtiges Signal im Kampf um die Konstrukteurs-WM, für Ferrari und Hamilton ein Beleg für die anhaltende Stärke auf der Spezialstrecke, und für Mercedes ein weiterer Hinweis darauf, dass die Silberpfeile in dieser Saison nicht mehr das Maß aller Dinge sind.
Fragen & Antworten
Wer hat die Pole Position in Ungarn geholt?
Der britische Weltmeister Lando Norris im McLaren sicherte sich die Pole Position mit einer Zeit von 1:17,207 Minuten und verwies Lewis Hamilton im Ferrari um 0,012 Sekunden auf Platz zwei.
Warum ist das Ergebnis für Mercedes so bitter?
Im elften Saisonlauf startet erstmals kein Mercedes aus der Pole Position. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli wurde nur Vierter, Teamkollege George Russell kam nicht über Platz 13 hinaus und klagte über die Balance seines Autos.
Wie geht es nach dem Ungarn-Rennen weiter?
Nach dem Großen Preis von Ungarn am Sonntag (15.00 Uhr MESZ) beginnt die fast einmonatige Sommerpause der Formel 1. Am 21. August wird die Saison in Zandvoort fortgesetzt.
Formel 1 Ungarn: Norris Pole vor Hamilton, Mercedes | finanz360