Der Wasserstand des Rheins am Pegel Kaub ist nach Angaben aus der Schifffahrtsbranche in den einstelligen Bereich gefallen und engt den ohnehin engen Flaschenhals für die Binnenschifffahrt weiter ein.

Am Kauber Nadelöhr, wo der Mittelrhein zwischen Mainz und Koblenz auf wenige hundert Meter Breite zusammengedrängt wird, ist der Pegel am Freitag in den einstelligen Bereich gerutscht. An dieser Stelle galten schon in den vergangenen Jahren Werte unter 40 Zentimetern als kritisch; ein einstelliger Wert bedeutet faktisch Stillstand für den Großteil der Frachtschiffe. Der Wasserstand am Pegel Kaub gilt als entscheidende Größe für die Befahrbarkeit des Rheins zwischen den Industriezentren am Mittel- und Niederrhein und den Häfen an der Nordsee.

Kaub als Flaschenhals für die Binnenschifffahrt

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) sieht die Versorgung der Unternehmen am Rhein nach eigener Darstellung akut nicht in Gefahr. BDB-Mitarbeiter Jens Schwanen sagte der Rheinischen Post zu Wochenbeginn, dass der Schiffsverkehr auch bei einer theoretischen Teilung des Rheins nicht vollständig zum Erliegen käme. Er verwies auf eine bestehende Verbindung zwischen den Nordseehäfen Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen sowie der Region Köln über das westdeutsche Kanalnetz, die zumindest einen Teil der Transporte aufnehmen könne.