Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat am Dienstag die ersten Schritte zum Aufbau einer permanenten Mondbasis vorgestellt und Aufträge an vier amerikanische Unternehmen vergeben.

Die Mondgeländewagen – sogenannte Lunar Terrain Vehicles – werden von den Firmen Astrolab und Lunar Outpost gebaut. Sie sollen später Astronauten beim Erkunden der Oberfläche unterstützen.

Für den Transport der Fahrzeuge zum Erdtrabanten sorgt Blue Origin, das Raumfahrtunternehmen von Jeff Bezos. Es stellt zwei Landefähren, die die Mondautos in der Nähe des Südpols absetzen.

Die ersten Mond-Roboter

Die ersten Drohnen für den Mond liefert Firefly Aerospace, das bereits im vergangenen Jahr erfolgreich auf dem Mond gelandet war. Die unbemannten Fluggeräte sollen das Basisgelände überwachen und als mobile Sensoren dienen.

Nasa-Programmleiter Carlos Garcia-Galan erklärte, die Basis könne sich einmal über Hunderte von Quadratkilometern erstrecken. An den Eckpunkten des Areals würden Drohnen stationiert, die die NASA „MoonFall“ nennt und die das Territorium markieren.

Nasa-Chef Jared Isaacman betonte, dass diese Grenzsetzung respektvoll gegenüber Raumschiffen und Ausrüstung anderer Nationen sein solle. „For those waiting patiently, the grand return is close at hand and we will not slow down“, sagte Isaacman in englischer Sprache.

Die gesamte Hardware für die erste Ausbaustufe soll möglichst vor der Landung der ersten Artemis-Astronauten ankommen, die für frühestens 2028 geplant ist. Im April dieses Jahres hatte die Artemis-II-Mission bereits vier Astronauten um den Mond geflogen – tiefer ins All als alle Apollo-Besatzungen in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren.

Der Weg zur bemannten Landung

Für die Mission Artemis III, die für Mitte 2027 angepeilt wird, trainieren die Astronauten das Andocken der Orion-Kapsel an die Mondlandefähren noch in der Erdumlaufbahn. Diese Landefähren werden von Blue Origin und von Elon Musks Unternehmen SpaceX entwickelt.

Nach der ersten bemannten Landung mit zwei Astronauten ab 2028 beginnt Phase zwei der Basis – voraussichtlich von 2029 bis in die frühen 2030er Jahre. In dieser Zeit soll die dauerhafte Infrastruktur aufgebaut werden, darunter ein eigenes Stromnetz.

In der dritten Phase, irgendwann in den 2030ern, soll die Mondbasis dann bereit sein, Astronauten über längere Zeit in spezialisierten Wohnmodulen zu beherbergen. Garcia-Galan sagte mit Blick auf diesen Meilenstein: „Then we'll be able to say, 'Hey, we're permanently here and we're not giving it up,'“

Dauerhaftes Leben auf dem Mond

Isaacman unterstrich bei der Pressekonferenz die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten: „Amerika kehrt zum Mond zurück – und dieses Mal, um zu bleiben.“ Er fügte hinzu: „We are really just getting started.“ Das Ziel sei eine blühende Mondwirtschaft, wissenschaftliche Forschung und die Vorbereitung einer Mars-Expedition.

Allein in diesem Jahr sind drei unbemannte Missionen zum Mond geplant. An der dritten Mission beteiligt sich auch die Europäische Weltraumorganisation ESA. Auch China und Russland verfolgen eigene bemannte Mondpläne; China will bis 2030 Menschen auf den Mond bringen.

Die Artemis-II-Mission im April hatte erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die Nähe des Mondes gebracht. Isaacman betonte: „For those waiting patiently, the grand return is close at hand and we will not slow down.“ Die Verträge an die vier Unternehmen haben einen Gesamtwert von mehreren Hundert Millionen Dollar.