Marokko wirft die Niederlande im Elfmeterschießen aus dem Turnier
Monterrey, 30. Juni 2026
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Kurzfassung
Marokko hat die Niederlande im Achtelfinale der Fußball-WM 2026 in Monterrey mit 3:2 im Elfmeterschießen besiegt. Nach 1:1 nach Verlängerung entschied Ismael Saibari mit dem letzten Strafstoß die Partie zugunsten des afrikanischen Teams, das nun am Samstag in Houston auf Co-Gastgeber Kanada trifft.
Marokko hat die Niederlande im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Monterrey durch ein 3:2 im Elfmeterschießen nach 1:1 nach Verlängerung aus dem Turnier geworfen.
Marokko hat im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 die favorisierten Niederlande aus dem Turnier befördert. Nach 90 und 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden, im Elfmeterschießen behielt Marokko mit 3:2 die Oberhand. Vor 51.243 Zuschauern in Monterrey entschied am Ende Ismael Saibari die Partie mit einem flachen Schuss ins linke Eck.
Marokko ringt Niederlande im Elferschießen nieder – so formulierte es die Nachrichtenagentur APA in ihrem Liveticker zum Sechzehntelfinale. Das Team von Trainer Mohamed Ouahbi trifft nun am Samstag in Houston auf Co-Gastgeber Kanada und steht damit im Viertelfinale des Turniers in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko.
Vorspiel ohne Tore: Chancen auf beiden Seiten
Bereits in der regulären Spielzeit hatten beide Teams Chancen, die Führung zu übernehmen. In der 20. Minute rettete der niederländische Torhüter Bart Verbruggen gegen einen Kopfball von Neil El Aynaoui nach einer Ecke. Eine Minute später parierte Verbruggen einen Schuss von Achraf Hakimi, der in dieser Szene sein 100. Länderspiel absolvierte. „Kapitän Hakimi absolvierte sein 100. Länderspiel“, wie der Liveticker festhielt.
In der 52. Minute traf Achraf Hakimi vom PSG aus spitzem Winkel nur die Latte. Kurz vor der Pause verfehlte Ismael Saibari einen Freistoß vor dem leeren Tor nur um Zentimeter. Die Niederlande, die mit neun Profis aus der englischen Premier League in der Startelf angetreten waren, taten sich gegen kompakte Marokkaner schwer.
Der Europameister von 1988 verlor nach Elfmeterschießen mit 3:2 gegen Marokko. Bondscoach Ronald Koeman hatte die Mannschaft auf eine 3-5-2-Formation umgestellt. Micky van de Ven kehrte in die Startelf zurück, Tijjani Reijnders von Manchester City nahm zunächst auf der Bank Platz. „Dennoch sieht Bondscoach Ronald Koeman vor allem in der Defensive noch Verbesserungspotenzial“, kommentierte der Ticker.
Gakpos emotionaler Moment
In der 73. Minute fiel die niederländische Führung. Nach einer Hereingabe von Wout Weghorst legte Crysencio Summerville im Fallen ab, Cody Gakpo schob zum 1:0 ein. Gakpo erzielte damit sein neuntes Tor bei einer Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft – nur Dennis Bergkamp hat für die Niederlande mit zehn Treffern eines mehr auf dem Konto.
Der Treffer fiel in einer Phase, in der Gakpo privat von einem schweren Schicksalsschlag getroffen war. Seine Partnerin hatte öffentlich gemacht, dass ihr gemeinsamer zweiter Sohn während der Schwangerschaft gestorben war. „Der im Vorfeld von einem schweren Schicksalsschlag getroffene Gakpo“ habe sich dennoch entschieden, bei der Mannschaft zu bleiben, schrieb der Ticker. Nach seinem Tor sank Gakpo zu Boden und weinte; die Mitspieler bildeten um ihn herum einen Kreis, beim Aufstehen zog er sich das Trikot über das Gesicht und deutete zum Himmel.
Bondscoach Ronald Koeman äußerte sich dazu mit den Worten: „Es war eine sehr traurige Nachricht. Wir haben das getan, was in unserer Macht stand, um ihn zu unterstützen.“ Koeman ergänzte: „Das zeigt, was ihm die Elftal bedeutet.“ Der im Vorfeld von einem schweren Schicksalsschlag getroffene Gakpo habe das Vertrauen der Mannschaft gespürt.
Diops Ausgleich in der Nachspielzeit
Marokko gab nicht auf und schlug in der Nachspielzeit zurück. In der ersten Minute der Nachspielzeit, der 90.+1, köpfelte Issa Diop nach einer Flanke zum 1:1 ein. „1:1 Diop (91.)“ notierte der Liveticker. „Für den ehemaligen französischen Nachwuchsteamspieler war es sein erstes Tor für Marokko überhaupt.“ Diop sah im Spiel zudem die Gelbe Karte. „Issa Diop (90.+1) glich gerade noch rechtzeitig für Marokko aus“, schrieb der Ticker.
In der Verlängerung kontrollierte Marokko weite Strecken, doch die Niederlande hielten dicht. In der 96. Minute rettete Verbruggen in höchster Not gegen den eingewechselten Soufiane Rahimi, lenkte den Ball aber mit dem Fuß an sich selbst ins Netz. Da der Ball jedoch bereits die Linie passiert hatte oder die Szene anders bewertet wurde, blieb es beim 1:1. Die Nachspielzeit der regulären Spielzeit dauerte sechs Minuten, in denen Verbruggen mit einer „herausragenden“ Parade gegen Rahimi in der 90+7 noch einmal klärte.
Das Elfmeterschießen wurde zur Zitterpartie. Koopmeiners traf für die Niederlande, El Aynaoui traf für Marokko nur die Latte. Kluivert traf den Pfosten, Rahimi traf, Weghorst traf, Talbi traf. Timber vergab, Hakimi traf den Pfosten, Summerville wurde von Bono gestoppt. Saibari traf – und entschied das Spiel.
Elfmeterschießen mit Happy End für Marokko
„Die Marokkaner konnten die Fehlschüsse von Neil El Aynaoui und Achraf Hakimi verkraften“, hieß es im Ticker. Verschossen mit Justin Kluivert, Quinten Timber und Crysencio Summerville drei Niederländer den entscheidenden Strafstoß. „Saibari trifft“ und „Marokko ringt Niederlande im Elferschießen nieder“ lauteten die entscheidenden Einträge.
Damit endet für die Niederlande eine beeindruckende Serie. Seit dem verlorenen WM-Finale 2010 gegen Spanien (0:1 nach Verlängerung) waren die Oranje 16 Spiele in Folge bei einer Weltmeisterschaft in der regulären Spielzeit und in der Verlängerung ungeschlagen geblieben. „Die Niederländer blieben seit dem verlorenen Finale 2010 (0:1 n.V. gegen Spanien) auch im 16. Spiel in Folge bei einer WM in der regulären Spielzeit sowie Verlängerung ungeschlagen“, hielt der Ticker fest. „Die Niederlande hat nun die längste Serie ohne Niederlagen bei Weltmeisterschaften.“
Ende einer historischen Oranje-Serie
„Ein Spiel wird als Niederlage gewertet, wenn es nach maximal 120 Minuten entschieden ist. Somit wird ein verlorenes Elfmeterschießen nicht als Niederlage, sondern als Unentschieden vermerkt“, erklärte der Ticker die Statistik. „Insgesamt konnten die Oranje in 14 Spielen neun Siege und fünf Unentschieden verbuchen.“ Dennoch „gingen aber dennoch als Verlierer vom Rasen“, denn das Weiterkommen war futsch.
Für die Niederlande bedeutet das Ausscheiden einen weiteren Tiefpunkt in der Geschichte ihrer WM-Teilnahmen. „Drei Mal (1974, 1978 und 2010) standen sie im WM-Finale und immer verließen sie den Platz als Verlierer“, heißt es im Ticker. „Zusätzlich hält die Niederlande den Rekord für die meisten Endspiele ohne Titel.“ Bei der zwölften WM-Teilnahme müsse man „alle Hoffnungen auf den ersten Triumph früh begraben“. Auch 2014 im Halbfinale gegen Argentinien und 2022 in Katar im Viertelfinale gegen Argentinien waren die Niederlande jeweils im Elfmeterschießen gescheitert.
„Vor über 20 Jahren verloren die Niederländer bei der WM 2006 im Achtelfinale gegen Portugal mit 1:0“ – das war die letzte Niederlage der Niederländer innerhalb der regulären Spielzeit bei einer Weltmeisterschaft. 2018 in Russland waren sie gar nicht dabei. Gegen Marokko endete diese einzigartige Serie, ohne dass es in der regulären Spielzeit eine Niederlage war. Der Marktwert des niederländischen Kaders von Trainer Ronald Koeman wurde mit 754,20 Millionen Euro angegeben.
Marokko darf dagegen weiter träumen. Das Team ist seit dem Halbfinale von Katar vor vier Jahren „bastelt vier Jahre nach dem Halbfinale von Katar am nächsten Fußball-Märchen“, wie der Ticker formulierte. „Bei der vergangenen WM in Katar 2022 erreichte Marokko den historischen vierten Platz.“ Beim 4:2 gegen Haiti habe man „gleich zweimal in Rückstand“ gelegen, sei aber zurückgekommen. „Mannschaft und Trainer glauben fest daran, dass mehr drin ist, als die Halbfinale-Teilnahme vor vier Jahren“, hieß es im Ticker weiter.
Marokko träumt vom nächsten Kapitel
„Für Marokko ist auch das Duell mit den Niederlanden (3 Uhr/live ORF) nur ein weiterer Schritt zum ganz großen Ziel“, schrieb die APA. Der Mitausrichter der WM 2030 ist zum siebten Mal bei einer Fußball-Weltmeisterschaft dabei und zum dritten Mal in Folge bei einer Endrunde. Das Eröffnungsspiel gegen Brasilien hatte Marokko 1:1 gestaltet. „Wegen der großen marokkanischen Gemeinschaft in den Niederlanden hat das Spiel eine besondere Brisanz“, hielt der Ticker fest.
Am kommenden Samstag trifft das Team von Trainer Mohamed Ouahbi in Houston auf Co-Gastgeber Kanada. Schiedsrichter der Partie in Monterrey war Wilton Pereira Sampaio aus Brasilien. Kommentiert wurde die Übertragung live im ORF von Julian-Luca Schäfer.
Marokko ist Mitausrichter der nächsten Weltmeisterschaft 2030, gemeinsam mit Spanien und Portugal. Die nächste Weltmeisterschaft wird Marokko 2030 gemeinsam mit Spanien und Portugal austragen, hieß es im Ticker. Das Afrika-Cup-Gewinnerteam ist auf dem Weg, die Halbfinal-Teilnahme von Katar zu übertreffen.
Neben den Niederlanden war auch Deutschland bereits vor diesem Achtelfinale ausgeschieden. Die niederländische Mannschaft verlässt das Turnier mit der längsten ungeschlagenen Serie bei Weltmeisterschaften, aber ohne den ersehnten ersten WM-Titel.
Die Aufstellungen: Bei Marokko begannen Bono, Hakimi, Diop, Riad, Mazraoui, Bouaddi, El Aynaoui, Diaz, Ounahi, El Khannouss und Saibari. Die Niederlande starteten mit Verbruggen, Van Hecke, Van Dijk, Ake, Dumfries, Gravenberch, De Jong, Van de Ven, Summerville, Brobbey und Gakpo.
Saibari, der laut Ticker kurz vor einem Wechsel zum FC Bayern München stehen soll, avancierte mit dem entscheidenden Elfmeter zum Matchwinner. Der 25-jährige Offensivspieler steht beim PSV Eindhoven noch bis 2030 unter Vertrag.
Die Niederlande haben sich für zwölf Endrunden bei Weltmeisterschaften qualifiziert, ohne je den Titel geholt zu haben. Der Europameister von 1988 verlässt das Turnier mit der Gewissheit, eine historische Serie aufgestellt zu haben, aber ohne den erhofften großen Wurf.
Mit dem Ausscheiden endet auch für Cody Gakpo, der trotz seines schweren persönlichen Verlusts für die Mannschaft spielte, das Turnier. Der 27-jährige Stürmer von Liverpool FC hatte noch vor wenigen Tagen den Tod seines zweiten Sohnes während der Schwangerschaft seiner Partnerin öffentlich gemacht.
Fragen & Antworten
Wer hat das Elfmeterschießen zwischen den Niederlanden und Marokko entschieden?
Ismael Saibari verwandelte den entscheidenden Strafstoß für Marokko mit einem flachen Schuss ins linke Eck. Zuvor hatten auf niederländischer Seite Justin Kluivert, Quinten Timber und Crysencio Summerville ihre Elfmeter nicht verwandelt.
Wie konnte Marokko gegen die Niederlande in Führung gehen?
In der ersten Minute der Nachspielzeit (90.+1) köpfelte Issa Diop nach einer Flanke zum 1:1-Ausgleich und erzwang damit die Verlängerung. Für den ehemaligen französischen Nachwuchsteamspieler war es sein erstes Tor für Marokko überhaupt.
Was war das Besondere an der Serie der Niederlande vor diesem Spiel?
Die Niederlande waren seit dem verlorenen WM-Finale 2010 gegen Spanien (0:1 nach Verlängerung) 16 WM-Spiele in Folge in der regulären Spielzeit und in der Verlängerung ungeschlagen. Damit stellten sie einen neuen Rekord für die längste ungeschlagene Serie bei Weltmeisterschaften auf, schieden aber im Elfmeterschießen aus.
Niederlande – Marokko: Oranje im Elfmeterschießen raus | finanz360