Chwalińska im French-Open-Finale: Qualifikantin schreibt | finanz360
Maja Chwalińska steht im Finale von Roland Garros – die zweite Qualifikantin der Grand-Slam-Geschichte
Paris, 04 Juni 2026
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Kurzfassung
Die 24-jährige Polin Maja Chwalińska hat durch einen 7:6 (7:4), 6:4-Erfolg über Diana Schnaider das Endspiel der French Open erreicht. Sie ist erst die zweite Qualifikantin überhaupt, die in einem Grand-Slam-Finale steht – nach Emma Raducanu 2021.
Paris, 04 Juni 2026
Die 24-jährige Polin Maja Chwalińska hat am Donnerstag durch einen 7:6 (7:4), 6:4-Sieg gegen die Russin Diana Schnaider das Finale der French Open in Paris erreicht und damit als zweite Qualifikantin der Geschichte ein Grand-Slam-Endspiel erreicht.
Maja Chwalińska hat bei den French Open in Paris für eine der größten Überraschungen der jüngeren Turniergeschichte gesorgt. Die 24 Jahre alte Polin, die in der Weltrangliste auf Position 114 geführt wird und sich erst über die Qualifikation ihren Platz im Hauptfeld erkämpft hatte, steht nach einem 7:6 (7:4), 6:4-Erfolg über Diana Schnaider im Endspiel des Sandplatzklassikers. Damit ist sie die zweite Qualifikantin überhaupt, die in einem Grand-Slam-Finale steht – nach der Britin Emma Raducanu, die dieses Kunststück 2021 bei den US Open sogar mit dem Titel krönte.
Bereits in der Runde zuvor hatte Chwalińska mit einem 7:6 (7/3), 6:3 gegen die an Nummer 22 gesetzte Russin Anna Kalinskaja auf sich aufmerksam gemacht. Schon damals lobten Beobachter ihr variantenreiches Spiel, mit dem sie die nominell deutlich stärkere Gegnerin phasenweise überforderte. Die nur 1,64 Meter große Spielerin brillierte weniger mit kraftvollen Grundlinienschlägen als mit Tempo-Wechseln, Stoppbällen und klug platzierten Schlägen.
Der Weg ins Halbfinale
Im Halbfinale gegen Schnaider bewahrte Chwalińska auch in den entscheidenden Momenten die Nerven. Im ersten Satz lag sie beim Seitenwechsel bereits mit 2:4 zurück, kämpfte sich jedoch mit fünf Punkten in Folge zurück in die Partie. Den Satzball erspielte sie sich nach 1:16 Stunden mit einem hervorragend improvisierten Lob. Der Tiebreak ging mit 7:4 an die Polin.
Auch im zweiten Durchgang geriet Chwalińska zwischenzeitlich mit 1:4 und einem Doppelbreak ins Hintertreffen, kämpfte sich jedoch zurück und schaffte das entscheidende Break zum 5:4. Nach 2:10 Stunden verwertete sie ihren ersten Matchball. Beide Spielerinnen hatten im zweiten Satz medizinische Auszeiten genommen, das Match wurde zudem von windigen Bedingungen auf dem Court Philippe-Chatrier begleitet.
„Ich war definitiv nervös. Ich war gestresst und habe versucht, mich auf meinen Job und mein Spiel zu konzentrieren. Ich bin glücklich, dass ich das geschafft habe“, sagte Chwalińska im Siegerinnen-Interview auf dem Court Philippe-Chatrier. Auf die Frage nach ihrem Plan bis zum Finale antwortete die Polin: „Nur schlafen, mein Tee, vielleicht ein bisschen Netflix schauen – und dann geht es mir gut.“
Schnaider schlägt Sabalenka
Ihre Gegnerin Diana Schnaider war ebenfalls aufsehenerregend ins Halbfinale gestürmt. Die 22-jährige Russin hatte im Viertelfinale die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka aus Belarus bezwungen – die Vorjahresfinalistin von Roland Garros. Schnaider gewann 3:6, 7:5, 6:0 und verwandelte ihren dritten Matchball. Für die Weltranglisten-23. war es das erste Grand-Slam-Halbfinale ihrer Karriere; das Viertelfinale war zuvor bereits die größte Grand-Slam-Ergebnis ihrer Laufbahn gewesen.
Chwalińska und Schnaider hatten bereits vor vier Jahren einmal gegeneinander gespielt, ebenfalls auf Sand, damals in Istanbul. Das erste Duell hatte Schnaider in zwei Sätzen gewonnen. Chwalińska nutzte diesmal ihre zweite Chance und revanchierte sich auf der größten Bühne des Sandplatztennis.
Im zweiten Halbfinale setzte sich die an Nummer acht gesetzte Russin Mirra Andreeva klar mit 6:1, 6:3 gegen die Ukrainerin Marta Kostjuk durch. Die Partie dauerte etwas mehr als eine Stunde. Andreeva, die mit 19 Jahren deutlich jünger ist als Chwalińska, erreichte damit ebenfalls ihr erstes Grand-Slam-Finale und revanchierte sich zugleich für die Endspielniederlage in Madrid vor rund einem Monat. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Spielweise, dann auch über die Revanche für das Finale in Madrid und dass ich in meinem ersten Grand-Slam-Finale stehe. Die Bedingungen waren heute sehr schwer. So habe ich mich noch nie gefühlt. Ich freue mich auf das Finale“, sagte Andreeva.
Andreeva zieht ins Finale ein
Andreeva führte im ersten Satz bereits 4:0, nachdem sie Kostjuks Aufschlag zweimal gebrochen hatte. Den ersten Durchgang entschied sie nach 33 Minuten mit 6:1 und der Verwertung ihres zweiten Satzpunkts für sich. Kostjuk, die im Achtelfinale die polnische Titelverteidigerin und viermalige French-Open-Siegerin Iga Świątek mit 7:5, 6:1 aus dem Turnier geworfen hatte, konnte ihren Rhythmus nicht finden und unterlief insgesamt 34 unerzwungene Fehler.
Das Finale zwischen Chwalińska und Andreeva steigt am Samstag in Paris. Es ist das erste Endspiel bei einem Grand-Slam-Turnier zwischen einer Qualifikantin und einergesetzten Spielerin seit Raducanus Triumph in New York vor knapp fünf Jahren. Beide Spielerinnen sind erstmals in einem Major-Finale, beide haben in diesem Turnier damit ihre bisher größten Karriereerfolge gefeiert.
Chwalińska hatte im Vorfeld betont, wie ungewöhnlich ihr Weg in Paris sei. „Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was gerade passiert. Jedes einzelne Spiel hier ist irgendwie verrückt für mich. Ich bin sehr dankbar“, sagte sie nach dem Viertelfinale. Mit Nadia Podoroska aus Argentinien, die 2020 ebenfalls als Qualifikantin das Halbfinale der French Open erreicht hatte, hat sie in Paris nun gleichgezogen – und mit dem Finaleinzug sogar eine neue Bestmarke gesetzt.
Ein historischer Finaleinzug
Die Polin, die Świątek nach eigener Aussage seit dem zehnten Lebensjahr kennt, sprach mit großem Respekt von der fünfmaligen Grand-Slam-Siegerin, die in diesem Jahr bereits in der dritten Runde ausgeschieden war. „Sie ist ein großartiger Champion und eine große Inspiration für uns alle in Polen“, sagte Chwalińska. Vor den French Open war in Polen eigentlich mit einer anderen polnischen Spielerin im Halbfinale gerechnet worden.
Ex-Bundestrainerin Barbara Rittner analysierte das Halbfinale im Eurosport-Kommentar mit Blick auf die Spielweise der Polin. „Da sind so viele Bälle dabei, die so verlockend sind, um draufzugehen – und dann so eine Enttäuschung hervorrufen“, sagte Rittner mit Blick auf die schwierigen Entscheidungen, vor die Chwalińska ihre Gegnerinnen immer wieder stellte.
Ausblick auf das Endspiel
Das Turnier in Paris findet wie gewohnt auf Sand statt und gehört neben den Australian Open, Wimbledon und den US Open zu den vier Grand-Slam-Veranstaltungen des Tennisjahres. Chwalińska hat auf ihrem Weg ins Finale bislang nur einen Satz abgegeben.
Mit dem Finaleinzug hat Chwalińska zugleich sich selbst und dem polnischen Tennis ein denkwürdiges Kapitel beschert. In Abwesenheit der verletzten oder bereits ausgeschiedenen Świątek trägt sie nun die polnischen Hoffnungen auf den Titel – und das als Spielerin, die vor zweieinhalb Wochen noch in der Qualifikation stand.
Das Endspiel am Samstag wird zeigen, ob Chwalińska mit einer Fortsetzung ihres Märchens auch den größten Triumph ihrer Karriere feiern kann. Gegnerin Andreeva geht als klar gesetzte Spielerin in die Partie, doch Chwalińska hat in Paris bereits mehrfach bewiesen, dass sie sich an Ranglisten und Erwartungen wenig stört.
Fragen & Antworten
Wer ist Maja Chwalińska?
Maja Chwalińska ist eine 24 Jahre alte polnische Tennisspielerin, die in der Weltrangliste auf Platz 114 steht und sich bei den French Open 2026 über die Qualifikation für das Hauptfeld qualifiziert hat.
Gegen wen spielt Chwalińska im Finale?
Chwalińska trifft im Endspiel am Samstag auf die an Nummer acht gesetzte Russin Mirra Andreeva, die im Halbfinale die Ukrainerin Marta Kostjuk mit 6:1, 6:3 besiegte.
Warum ist Chwalińskas Einzug ins Finale historisch?
Chwalińska ist erst die zweite Qualifikantin der Geschichte, die ein Grand-Slam-Finale erreicht – nach der Britin Emma Raducanu, die dieses Kunststück 2021 bei den US Open sogar mit dem Titel krönte.