Wenige Tage vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko-Stadt haben wütende Lehrer das Hauptquartier des Bildungsministeriums gestürmt, Fensterscheiben eingeschlagen und Brände gelegt, während die Regierung eine sichere Ausrichtung des Turniers zusichert.
Hintergrund: Die Forderungen der CNTE
Die Proteste der mexikanischen Lehrergewerkschaft CNTE haben sich am Mittwochabend (Ortszeit) zu gewaltsamen Ausschreitungen am Sitz des Bildungsministeriums in Mexiko-Stadt ausgeweitet. Demonstranten schlugen mit abgebrochenen Laternenpfählen auf Fenster und Eingangstüren ein, verwüsteten einen Wachposten und legten Feuer, wie Augenzeugen und Fernsehbilder zeigten. Die Polizei setzte Pfefferspray und Tränengas gegen die Angreifer ein, wie mehrere übereinstimmende Berichte schildern.
Die Lehrkräfte fordern deutliche Gehaltserhöhungen und die Rücknahme einer Rentenreform. Während Teile der Gewerkschaft einem kürzlich ausgehandelten Angebot der Regierung über neun Prozent mehr Lärm zustimmten, verlangt eine Splittergruppe weiterhin Lohnerhöhungen von bis zu 100 Prozent. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt an öffentlichen Schulen liegt nach offiziellen Angaben bei rund 800 Euro im Monat.
Der Lehrer Rodrigo Arias, der an den Demonstrationen teilnimmt, sagte der Presse: „Die Regierung hat so viele Sachen versprochen, aber am Ende haben sie gar nicht die Absicht, etwas zu verändern. Sie haben einfach das Thema für sich genutzt, um Stimmen damit zu fangen.“ Die Vorgängerregierung von Andrés Manuel López Obrador und die amtierende Regierung von Claudia Sheinbaum hatten im Wahlkampf die Rücknahme der Rentenreform und die Wiedereinführung eines solidarisches Rentensystems für Lehrkräfte versprochen.
