Radikalisierte Lehrer der mexikanischen Gewerkschaft CNTE haben am Vorabend des 4. Juni 2026 in Mexiko-Stadt das Bildungsministerium gestürmt und für den WM-Auftakt am 11. Juni mit Massenblockaden gedroht.

Sturm auf das Bildungsministerium

Die Lage in der mexikanischen Hauptstadt ist eine Woche vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft eskaliert. Mitglieder der Lehrergewerkschaft CNTE drangen in den Abendstunden gewaltsam in den Sitz des Bildungsministeriums ein, warfen Fensterscheiben ein und legten nach Augenzeugenberichten Feuer. Fernsehbilder zeigten, wie die Demonstranten mit abgebrochenen Laternenpfählen gegen Türen und Fenster des Gebäudes schlugen. Die Polizei setzte Pfefferspray und Tränengas ein, um die Menge zurückzudrängen.

Forderungen und Vorgeschichte

Die Wut der Lehrkräfte richtet sich gegen die Regierung von Präsidentin Claudia Sheinbaum. Die CNTE fordert deutliche Lohnerhöhungen – Teile der Basis verlangen sogar eine Verdopplung der Gehälter – sowie die Rücknahme einer Rentenreform. Das Bruttoeinstiegsgehalt eines öffentlichen Lehrers in Mexiko liegt nach offiziellen Angaben bei umgerechnet rund 833 Euro im Monat. Die Gewerkschaft hatte mit der Regierung zuletzt eine Erhöhung um neun Prozent ausgehandelt; aus Sicht vieler Mitglieder reicht dieses Angebot bei weitem nicht aus.