Der österreichische Fußball-Meister LASK hat den 24-jährigen Stürmer Ramiz Harakate vom Ligarivalen GAK Graz verpflichtet und am Mittwoch über eine Aussendung präsentiert.

Transfer kurz vor Trainingsstart

Der Wechsel wurde nach Angaben des Klubs am Mittwoch über eine Presseaussendung bekannt gegeben. Harakate, der in Frankreich geboren ist und als Linksfuß gilt, wechselt vom GAK, der in Graz beheimatet ist und den Beinamen „Rotjacken" trägt, zum LASK, der in Linz ansässig ist und „Schwarz-Weißen" genannt wird. Der Transfer erfolgt demnach kurz vor dem Trainingsstart in die Saison 2026/27.

LASK-Sportdirektor Dino Buric zeigte sich erfreut über den Transfer. Man sei erfreut, dass sich der gebürtige Franzose trotz „hohem Interesse anderer Vereine" für den LASK entschieden hat. Buric verwies in der Aussendung zudem auf die sportliche Bilanz des Angreifers in den vergangenen beiden Spielzeiten.

Buric hob ausdrücklich Harakates Geschwindigkeit und Torgefahr hervor. „Durch seine Geschwindigkeit strahlt er sehr viel Torgefahr aus und ist ein permanenter Unruheherd", sagte der Sportdirektor. Mit dieser Einschätzung unterstrich er die Erwartung, dass der Neuzugang die Offensive der Linzer in der kommenden Saison verstärken soll.

Stationen in St. Pölten und Graz

Zugleich verwies Buric auf die Konstanz des Stürmers. „Mit Ramiz bekommen wir einen Spieler dazu, der in den letzten beiden Saisonen – sowohl bei St. Pölten als auch beim GAK – immer wieder auf seine Scorerpunkte kam." Damit verwies er auf Harakates Station bei SKN St. Pölten, zu dem der Franzose im Jahr 2024 zuerst gewechselt war.

Harakate war zur vergangenen Saison vom SKN St. Pölten zum GAK gewechselt. In Graz entwickelte er sich rasch zum Leistungsträger. Mit seinen elf Toren leistete er einen maßgeblichen Beitrag dazu, dass die Steirer die Klasse hielten. In der abgelaufenen Spielzeit bewahrte er die „Rotjacken" vor dem Abstieg.

GAK reagiert mit Guerti

Für LASK ist Harakate nach Klubangaben der dritte Neuzugang des Sommers. Der Angreifer erhält einen Vertrag, der bis 2029 läuft. Über die finanziellen Rahmenbedingungen des Transfers machte der Verein keine konkreten Angaben, Berichte sprechen allerdings von einer signifikanten Ablösesumme.

Im Hintergrund des Transfers steht ein direktes Duell innerhalb der höchsten österreichischen Spielklasse. LASK und GAK sind Konkurrenten in derselben Liga, der Transfer eines Leistungsträgers vom einen zum anderen Verein ist in diesem Kontext ein sportlich wie wirtschaftlich relevantes Signal. Buric verwies in seiner Stellungnahme darauf, dass Harakate trotz anderer Angebote den Weg nach Linz gewählt habe.

Dritter Neuzugang der Linzer

Aufseiten des GAK bedeutet der Abgang einen spürbaren Aderlass in der Offensive. Die Grazer hatten zuletzt ebenfalls auf dem Transfermarkt agiert und ihrerseits den französisch-marokkanischen Spieler Ismael Guerti verpflichtet. Guerti kommt vom französischen Erstligisten FC Metz und unterschrieb in Graz einen Vertrag bis Sommer 2028 mit Option auf ein weiteres Jahr.

GAK-Sportdirektor Tino Wawra bezeichnete Guerti als „Toptalent". Der Neuzugang solle die Lücke, die durch Harakates Abgang entstanden ist, mittelfristig schließen. Guerti besitzt sowohl die französische als auch die marokkanische Staatsbürgerschaft und gilt als eines der aussichtsreichsten Talente seines Jahrgangs im französischen Fußball.

Der Zeitpunkt der Präsentation Harakates ist mit Blick auf die sportliche Vorbereitung bewusst gewählt. LASK startet demnächst in die Vorbereitung auf die Saison 2026/27. Mit der Verpflichtung des Stürmers erhöhen die Linzer die Planungssicherheit in der Offensive und reagieren zugleich auf den Druck, der als Titelverteidiger auf dem Klub lastet.

Buric hatte in den Tagen vor dem Vollzug des Wechsels mehrfach betont, dass LASK auf dem Transfermarkt gezielt nach Verstärkungen für die offensive Außenbahn und das Sturmzentrum suche. Mit Harakate, der sowohl als klassischer Mittelstürmer als auch als hängende Spitze eingesetzt werden kann, sieht der Sportdirektor diese Anforderungen erfüllt.

Berichterstattung und Zeitplan

Über die OÖN berichtete bereits am Dienstag, also einen Tag vor der offiziellen Bekanntgabe, über den bevorstehenden Wechsel. Die Agentur APA griff die Meldung auf und verbreitete sie in der österreichischen Sportberichterstattung. Am Mittwoch folgte dann die offizielle Bestätigung durch LASK.

Mit der Verpflichtung unterstreicht LASK den Anspruch, in der kommenden Saison in der heimischen Liga erneut eine führende Rolle zu spielen. Harakate, der mit 24 Jahren in einem für einen Stürmer entwicklungsfähigen Alter ist, soll auf Seiten der Linzer langfristig eine Schlüsselrolle in der Offensive einnehmen.

Auch die persönliche Entwicklung des Spielers spricht aus Sicht des Klubs für den Wechsel. Nach Stationen in Frankreich und der österreichischen Bundesliga verfügt Harakate bereits über Erfahrung in einem wettbewerbsintensiven Umfeld. Der Schritt zum amtierenden Meister gilt als weiterer Karrierebaustein.

Buric kündigte an, dass LASK in den kommenden Wochen weitere personelle Entscheidungen bekannt geben werde. Damit deutete er an, dass der Klub seinen Kader für die neue Saison noch nicht als abgeschlossen betrachtet. Harakates Verpflichtung ist demnach als ein erster, aber nicht letzter Baustein der Kaderplanung zu verstehen.

Der GAK wiederum muss den Verlust seines Topscorers kompensieren. Mit der Verpflichtung von Guerti haben die Grazer bereits eine erste Antwort auf den Abgang gegeben. Ob diese Maßnahme ausreicht, wird sich im Verlauf der Vorbereitung und in den ersten Pflichtspielen der neuen Saison zeigen.

Insgesamt verdeutlicht der Transfer die wachsende Attraktivität der österreichischen Bundesliga für Spieler aus dem französischen Sprachraum. Harakate ist nach Guerti der zweite französisch-stämmige Spieler, der in diesem Sommer zwischen zwei österreichischen Erstligisten den Verein wechselt. Beide Klubs setzen damit auf Spieler, die in Frankreich ausgebildet wurden und in Österreich den nächsten Karriereschritt machen wollen.