Greenpeace Österreich und die Arbeiterkammer Oberösterreich haben 15 Klebetattoos für Kinder und Erwachsene in einem unabhängigen Labor untersuchen lassen – 13 davon stuften die Organisationen als nicht empfehlenswert ein, weil sie mit 31 teils in der EU verbotenen Chemikalien belastet waren.
Schwermetalle und PFAS in fast allen Produkten
Die gute Nachricht vorweg: Keines der 15 getesteten Produkte überschritt bestehende gesetzliche Grenzwerte. Die Organisationen warnen dennoch vor einem "Chemie-Cocktail", der bei Klebetattoos über Stunden oder sogar Tage direkt auf der Haut bleibt. "Zwar würden einzelne gesetzliche Grenzwerte eingehalten, doch es fehle der Schutz vor dem 'kombinierten Chemikalien-Cocktail'", hieß es in einer Aussendung der Organisationen. Insgesamt wies das Labor 31 problematische Chemikalien nach.
Besonders häufig fanden die Tester Schwermetalle: In 14 von 15 Produkten wurde Blei oder Nickel nachgewiesen, in jeweils zwölf Proben kam einer der beiden Stoffe vor. Vier Tattoos enthielten die "Ewigkeitschemikalien" PFAS, in sechs Proben fand das Labor Chemikalien, die in der EU für Kosmetika oder Spielzeug verboten sind. Bis zu zwölf bedenkliche Stoffe entdeckten die Prüfer in einem einzigen Klebetattoo.
Das befeuchtete Trägerpapier wird beim Aufbringen mindestens 30 Sekunden auf die Haut gedrückt, weshalb die Tester beide Teile in ihre Bewertung einbezogen. Da die Tattoos speziell für Kinder vermarktet werden und teils tagelang auf der Haut verbleiben, sehen die Organisationen eine besondere Verantwortung der Hersteller und Händler.
