Nach sechs Wochen heftiger Kämpfe haben Israel und Libanon eine Waffenruhe vereinbart, die zunächst für zehn Tage gelten soll. Die von den USA vermittelten Gespräche markieren die erste direkte Verhandlung zwischen beiden Seiten seit Jahrzehnten.

Hintergrund der Eskalation

Der Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah eskalierte Anfang März 2026, nachdem israelische Luftangriffe auf Stellungen der schiitischen Miliz im Süden Libanons erfolgten. Die Hisbollah reagierte mit Raketenangriffen auf israelische Grenzorte. Die Gewalt schnellte innerhalb weniger Tage auf ein Niveau, das seit dem Krieg 2006 nicht mehr erreicht worden war.

Die libanesische Regierung, die seit Jahren mit einer tiefen Wirtschaftskrise und politischer Instabilität kämpft, sah sich außerstande, die Hisbollah zu kontrollieren. Iran, der wichtigste Verbündeter der Miliz, hatte zuletzt seine Unterstützung verstärkt, was die Spannungen weiter anheizte.

Die Vereinbarung und ihre Bedingungen

Die Waffenruhe sieht vor, dass die libanesischen Sicherheitskräfte die alleinige Verantwortung für die Souveränität und Verteidigung des Landes übernehmen. Dies gilt als entscheidender Schritt, um die Hisbollah aus ihrer dominanten Rolle im Süden Libanons zurückzudrängen. Die Feuerpause kann verlängert werden, falls Fortschritte in den weiteren Verhandlungen erzielt werden.

Die USA spielten eine zentrale Rolle bei der Vermittlung des Abkommens. Hochrangige Vertreter beider Seiten trafen sich unter amerikanischer Schirmherrschaft, was als diplomatischer Durchbruch gewertet wird. Bislang hatten direkte Gespräche zwischen Israel und Libanon als unwahrscheinlich gegolten.