Bad Camberg, 08 Juni 2026
Archäologen haben nahe Bad Camberg im Taunus das erste keltische Fürstengrab der Region entdeckt, das bei Bauarbeiten für einen Solarpark an der Autobahn A3 freigelegt wurde.
Die Entdeckung geht auf eine geomagnetische Prospektion zurück, die im Zuge der Erschließung des Solarparks durchgeführt wurde. Kai Mückenberger erkannte auf den Messbildern zwei dünne parallele Linien, die zu einem Kreis mit einem scharf abgegrenzten rechteckigen Innenraum führten – ein Muster, das an Prozessionswege zu Grabhügeln wie denen am Glauberg in der Wetterau erinnert. Ein dort geplantes Photovoltaik-Feld war da schon im Bau, berichten Beteiligte.
Vom Messbild zur Grabkammer
Als ein Bagger Metall aus dem Erdreich holte, war der Fundort eindeutig identifiziert. „Die Baggerschaufel hatte Metall ausgegraben, Eisenreste von einer Lanzenspitze, eine typische Grabbeigabe“, heißt es in der Dokumentation. Mückenberger erinnert sich an seine erste Reaktion auf die Messergebnisse: „Ich hab gelacht und gerufen: Mensch! Ein Fürstengrab!“. Inzwischen verzeichnet die Restaurierungswerkstatt in Wiesbaden an die 100 Funde aus dem Bad Camberger Grab.
