Berlin-Wahl 2026: AfD laut Insa-Umfrage vorn | finanz360
Insa-Umfrage sieht AfD in Berlin erstmals an erster Stelle
Berlin, 24. Juli 2026
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Kurzfassung
Knapp zwei Monate vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin sieht eine Insa-Umfrage die AfD erstmals in der Hauptstadt an erster Stelle. CDU und Linke landen gleichauf auf Platz zwei, während SPD und Grüne ebenfalls klar im einstelligen Bereich bleiben.
Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag des Nachrichtenportals „Nius" sieht die AfD in Berlin erstmals an der Spitze, während die Wahl zum Abgeordnetenhaus für den 20. September angesetzt ist.
Erstmals an der Spitze
Wenn am nächsten Sonntag gewählt würde, käme die AfD nach der Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag des Nachrichtenportals „Nius" auf 19 Prozent. Knapp zwei Monate vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin liegt die AfD bei einer repräsentativen Umfrage das erste Mal vorn. CDU und Linke landen gleichstark knapp dahinter auf Platz zwei.
Die Grünen kommen der Umfrage zufolge auf 16 Prozent. Auf weitere Parteien entfallen laut der Erhebung 8 Prozent. Die Insa-Umfrage wurde zwischen dem 14. und dem 21. Juli online unter 1.000 Berlinerinnen und Berlinern durchgeführt; die Schwankungsbreite liegt bei plus oder minus 3,1 Prozentpunkten. Damit hat die Erhebung eine vergleichsweise große Unschärfe, was die Interpretation der Abstände zwischen den Parteien einschränkt.
Personalwechsel bei der CDU
Die Insa-Umfrage wurde nach dem Rückzug des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner als CDU-Spitzenkandidat erhoben. An seiner Stelle ist Berlins Finanzsenator Stefan Evers neuer CDU-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl. Wegner bleibt nach den vorliegenden Fakten Regierender Bürgermeister von Berlin.
Stefan Evers sagte auf eine dpa-Anfrage: „Es gilt, was wir immer gesagt haben: Wir lehnen jede Zusammenarbeit mit radikalen oder extremen Parteien ab. Das gilt auch für die AfD. Sie schadet unserem Land." CDU, Grüne und SPD haben nach eigenen Angaben eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen.
Reaktionen aus den Parteien
Steffen Krach, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der SPD, sagte: „Die Polarisierung, die CDU und Linke anheizen, schadet Berlin. Ich kämpfe um jede Stimme für eine neue SPD, weil ich unsere Stadt wieder zusammenführen will und nicht zulassen, dass die Rechtsradikalen in der deutschen Hauptstadt auf den ersten Platz marschieren."
Christoph Meyer, Landesvorsitzender der FDP, kritisierte die CDU scharf. Er warf ihr vor, sie „verantwortet Rekordschulden, eine bisher nicht gekannte Verwahrlosung der Stadt, neue Belastungen für die Wirtschaft und verfehlte Wohnungsbauziele". Die FDP werfe der CDU vor, grundlegende Überzeugungen aufzugeben, so die zugeschriebene Aussage.
Neben dem Spitzenfeld kommt das BSW in der Insa-Umfrage auf 4 Prozent und würde damit unter der Sperrklausel für den Einzug in das Abgeordnetenhaus von Berlin bleiben. Die übrigen Parteien, die nicht namentlich in den vorliegenden Daten auftauchen, sammeln gemeinsam 8 Prozent.
Abweichende Infratest-Dimap-Zahlen
Ein anderes Bild zeichnet eine Infratest Dimap-Umfrage für den öffentlich-rechtlichen Sender RBB, die am 16. Juli veröffentlicht wurde und ebenfalls als repräsentativ beschrieben wird. Danach kommt die Linke auf 22 Prozent, die CDU auf 20 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 17 und der AfD mit 16 Prozent. Die SPD würde demnach 12 Prozent erreichen.
Die Unterschiede zwischen den beiden Erhebungen sind erheblich. Während Insa die AfD an erster Stelle sieht, platziert Infratest Dimap die Linke vorn und die AfD nur auf Platz vier. Die Werte für die CDU schwanken zwischen 18 und 20 Prozent, die der Grünen zwischen 16 und 17 Prozent. Beide Umfragen wurden innerhalb einer Woche erhoben, was die Volatilität der politischen Stimmung in der Hauptstadt unterstreicht.
Methodisch unterscheiden sich die Erhebungen: Insa befragte nach eigenen Angaben 1.000 Berlinerinnen und Berliner online, der Veröffentlichungstermin ist der 23. Juli 2026. Infratest Dimap veröffentlichte seine Zahlen am 16. Juli 2026 im Auftrag des öffentlich-rechtlichen Senders RBB. Die genauen Fallzahlen und das Erhebungsverfahren der Infratest-Erhebung sind in den vorliegenden Fakten nicht detailliert aufgeschlüsselt.
Koalitionsoptionen und Sperrklausel
Vor dem Hintergrund der Insa-Zahlen hat die Debatte über mögliche Koalitionen an Schärfe gewonnen. CDU, Grüne und SPD haben eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen. Über mögliche Bündnisse jenseits dieses ausgeschlossenen Spektrums machen die vorliegenden Fakten keine detaillierten Angaben.
Die Berliner Abgeordnetenhauswahl ist am 20. September. Bis dahin könnten weitere Umfrächen veröffentlicht werden, die das Bild erneut verschieben. Die vorliegenden Daten erlauben keine Prognose des Wahlausgangs; sie beschreiben lediglich die Stimmung in einem bestimmten Zeitfenster.
Bemerkenswert ist zudem der Zeitpunkt der Erhebung: Sie fällt in eine Phase, in der die CDU ihren Spitzenkandidaten ausgetauscht hat. Ob der Wechsel an der Spitze die Werte der CDU stabilisiert, verändert oder weitere Bewegung auslöst, werden erst künftige Umfrächen zeigen können.
Ausblick bis zur Wahl
Insgesamt zeigt die Insa-Erhebung eine enge Konstellation an der Spitze, in der die AfD knapp vor der CDU und der Linken liegt. Gleichzeitig verdeutlicht der Vergleich mit der Infratest-Erhebung, wie stark Umfrageergebnisse in Berlin derzeit schwanken und wie abhängig sie von Institut, Auftraggeber und Erhebungszeitraum sind.
Die kommenden Wochen bis zur Wahl am 20. September werden zeigen, ob sich der von Insa gemessene Stimmungswandel verfestigt oder ob die Dynamik hin zu anderen Parteien kippt. Berlin bleibt damit eine der umkämpftesten Hauptstadtregionen im bevorstehenden Wahlzyklus.
Fragen & Antworten
Welche Partei liegt in der Insa-Umfrage für Berlin vorn?
Die AfD kommt in der Insa-Umfrage für das Nachrichtenportal „Nius" auf 19 Prozent und liegt damit erstmals in einer Berliner Erhebung an erster Stelle.
Warum ist die CDU an der Spitze nicht mehr mit Kai Wegner?
Kai Wegner zog nach den vorliegenden Angaben als CDU-Spitzenkandidat zurück; neuer Spitzenkandidat der CDU für die Abgeordnetenhauswahl ist Finanzsenator Stefan Evers.
Welche Koalitionen schließen CDU, Grüne und SPD aus?
CDU, Grüne und SPD haben nach eigenen Angaben eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen.