Wien/Saporischschja, 31. Mai 2026

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) hat nach einem gemeldeten Drohnenangriff auf das von Russland besetzte Atomkraftwerk Saporischschja Zugang zu einem beschädigten Gebäude gefordert.

Die IAEA teilte am Samstag über die Plattform X mit, sie sei über einen Angriff informiert worden, bei dem ein Loch in die Wand einer Turbinenhalle gerissen wurde. Die Anlagenleitung habe die Behörde zuvor über den Vorfall in Kenntnis gesetzt.

Die von Russland eingesetzte Anlagenleitung und Rosatom-Chef Alexei Lichatschow machten die ukrainische Armee für den Vorfall verantwortlich. Russischen Quellen zufolge soll eine Drohne, die über ein Glasfaserkabel gesteuert wurde, die Turbinenhalle von Reaktor sechs getroffen haben. Beweise für diese Behauptungen wurden nicht vorgelegt.

Gegenseitige Vorwürfe und unklare Beweislage

Die ukrainischen Streitkräfte wiesen die Anschuldigungen zurück. Die Ukraine bezeichnete die russischen Vorwürfe als einen Versuch der „atomaren Erpressung“. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist derzeit nicht möglich.

Das AKW Saporischschja ist das größte Kernkraftwerk Europas. Es liegt in der gleichnamigen südostukrainischen Region und steht seit März 2022 unter russischer Kontrolle, nachdem Russland die Ukraine im Februar 2022 überfallen hatte. Alle sechs Reaktoren des Kraftwerks sind aus Sicherheitsgründen abgeschaltet.

Selenski: Neues Luftverteidigungssystem aus Deutschland

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski erklärte unterdessen, die Ukraine habe ein weiteres Luftverteidigungssystem aus Deutschland erhalten. Er betonte, die Streitkräfte benötigten zudem Raketen für die Systeme. Selenski wiederholte zudem seine Warnung vom Vortag vor einem neuen massiven russischen Luftangriff.