Hitzewelle Österreich Deutschland 2026: 40 Grad erwartet | finanz360
Hitzewelle in Mitteleuropa: Temperaturen bis 40 Grad in Österreich und Gewitter mit Orkanböen in Deutschland erwartet
Wien/Offenbach, 29 Juli 2026
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Kurzfassung
Österreich steht vor dem heißesten Tag der aktuellen Hitzewelle, mit Temperaturen von 38 bis 39 Grad und örtlich bis zu 40 Grad im Osten des Landes. In Deutschland warnt der Deutsche Wetterdienst vor nahezu 40 Grad am Donnerstag sowie vor schweren Sturmböen und vereinzelt orkanartigen Böen, insbesondere im Norden. Trotz der extremen Werte wird in Österreich keine rote Hitzewarnung herausgegeben, weil das Extrem laut GeoSphere Austria nur einen Tag andauert.
Wien/Offenbach, 29 Juli 2026
GeoSphere Austria und der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwarten am Donnerstag und Freitag in weiten Teilen Mitteleuropas die größte Hitze der laufenden Welle, mit Spitzenwerten bis zu 40 Grad Celsius in Ostösterreich und nahezu 40 Grad in Deutschland, begleitet von schweren Gewittern und orkanartigen Böen.
Prognose für Österreich: Höhepunkt am Freitag
GeoSphere Austria hat am Mittwoch in einer Aussendung prognostiziert, dass sich die Hitze im gesamten Bundesgebiet Tag für Tag weiter aufbaut und am Freitag ihren Höhepunkt erreicht. Meteorologe Thomas Turecek erklärte: "Heiß werde es demnach zwar im gesamten Bundesgebiet, besonders heiß jedoch erneut im Osten." Besonders betroffen sind laut GeoSphere Austria erneut das östliche Flachland, Wien, Niederösterreich und das Burgenland.
Für den Osten Österreichs werden 38 bis 39 Grad erwartet, vereinzelt seien sogar 40 Grad möglich. Turecek wörtlich: "Einzelne Stationen im östlichen Flachland können 38 bis 39 Grad erreichen. Vielleicht sogar 40, ähnlich wie im Juni." Damit liegt die Prognose auf dem Niveau der Junihitze, als am 28. Juni die Messstation Wien-Innere Stadt 40,0 Grad registrierte – den höchsten je in der Bundeshauptstadt gemessenen Wert. Tags darauf erreichte Bad Deutsch-Altenburg 40,1 Grad.
Warum keine rote Hitzewarnung
Der Rekord von 40,5 Grad aus dem August 2013 blieb allerdings bestehen. In der Nacht auf den 29. Juni sank die Lufttemperatur an der Wiener Jubiläumswarte nicht unter 27,3 Grad – der wärmste je an einer GeoSphere-Austria-Station gemessene Minimalwert. Meteorologen bezeichnen solche Nächte als tropische Nächte.
Eine rote Hitzewarnung der höchsten Stufe wird dennoch nicht herausgegeben. Begründet wird dies laut GeoSphere Austria mit zwei Faktoren: Erstens wird am Samstag eine schwache Störung für eine Abschwächung auf 34 bis 35 Grad sorgen. "Es ist also lediglich an einem Tag extrem heiß", sagte Turecek. Zweitens seien die Frühtemperaturen von 14 bis 22 Grad relativ moderat. Mit Ausnahme von dicht verbauten Stadtgebieten sei die nächtliche Abkühlung damit ausreichend.
Dritte Welle des Sommers
Die aktuelle Wetterlage ist für den Westen und Süden Österreichs bereits die dritte Hitzewelle des Jahres. Die erste Welle begann am 24. Mai und dauerte fünf bis neun Tage. Die zweite Welle begann Mitte Juni, erfasste ganz Österreich und hielt in manchen Regionen des Flachlands 18 bis 35 Tage an – laut GeoSphere Austria eine besonders außergewöhnliche Dauer. An einzelnen Messstationen, darunter Bregenz und Eisenstadt, gilt die zweite Welle nach der Kyselý-Definition bis heute als nicht vollständig beendet, weil die Temperaturen zwischenzeitlich nie ausreichend zurückgingen.
Nach der Kyselý-Definition dauert eine Hitzewelle an, solange die täglichen Höchstwerte nicht unter 25 Grad fallen und ihr Mittelwert nicht unter 30 Grad sinkt. "An einzelnen Messstationen gilt sie nach wissenschaftlicher Definition sogar bis heute als nicht vollständig beendet, weil die Temperaturen zwischenzeitlich nie ausreichend zurückgingen", heißt es in der GeoSphere-Austria-Analyse. Für Sonntag und Montag werden regional erneut Temperaturen um oder über 35 Grad prognostiziert; eine massive Wetterumstellung ist laut Turecek nicht in Sicht: "Es ist keine massive Wetterumstellung in Sicht. Was im Moment fehlt, ist ein eindeutiger Temperaturrückgang um zehn bis 15 Grad."
Dürre und ihre Folgen
Die anhaltende Trockenheit verschärft die Lage. Klimatologe Alexander Orlik erklärte: "Damit war es in Österreich – zumindest seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts – in den ersten sieben Monaten eines Jahres nicht mehr so niederschlagsarm." An den seit Dezember 2025 vorherrschenden niederschlagsarmen Verhältnissen habe sich auch im Juli wenig geändert. Bis Ende Juli fehlen im bundesweiten Durchschnitt rund 30 Prozent auf ein normales Niederschlagsjahr: Statt der klimatisch üblichen 609 Millimeter wurden bis zum 27. Juli nur 426 Millimeter gemessen – ein Defizit von etwa 30 Prozent. Vergleichbare Defizite gab es zuletzt 1971 mit minus 27 Prozent und 2003 mit minus 25 Prozent.
Die Trockenheit hat bereits messbare Folgen. In der Steiermark mussten einige Wasserkraftwerke abgeschaltet werden, weil das Wasser fehlt. Die Universität für Bodenkultur Wien verzeichnete seit Jahresbeginn 269 Waldbrände, nach 196 im gesamten Vorjahr. 83 Prozent der Waldbrände in Österreich gehen laut Statistik auf menschliches Verhalten zurück. An 157 von 277 österreichischen Wetterstationen wurden im Juni neue Monatsrekorde aufgestellt, im Mittel um 1,4 Grad übertroffen.
Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet in Deutschland mit einer Zuspitzung. "Mit stellenweise fast 40 Grad steht Deutschland am Donnerstag der heißeste Tag der aktuellen Hitzewelle bevor", erklärte der DWD in Offenbach. Die Temperaturen steigen demnach auf 26 bis 31 Grad an der See, sonst auf 32 bis 39 Grad. Am Mittwoch musste im Südwesten, Westen und Nordwesten bereits mit verbreitet starker, gebietsweise extrem starker Wärmebelastung gerechnet werden.
Hitze und Gewitter in Deutschland
MDR-Meteorologin Michaela Koschak warnte, die Hitze betreffe ganz Deutschland und tropische Nächte seien in den Innenstädten wieder ein Thema. Am Mittwochmorgen um 6 Uhr lagen die Temperaturen in Mitteldeutschland zwischen 12 und 15 Grad, in dicht bebauten Gebieten bereits bei 20 Grad, im Harz ebenfalls bei 20 Grad. Im Tagesverlauf wurden in Mitteldeutschland bis zu 34 Grad erwartet, im Raum Jena örtlich noch mehr. Koschak sagte: "Also wir müssen uns auf heiße Tage einstellen. Aber auch wir werden ordentlich ins Schwitzen kommen."
Neben der Hitze bestehe in Deutschland stellenweise die Gefahr von Sturm- oder sogar Orkanböen. DWD-Meteorologe Nico Bauer erklärte: "Bei diesen Windgeschwindigkeiten können Bäume entwurzelt werden und größere Gegenstände umherfliegen." Vor allem im Norden können die Gewitter am Donnerstag kräftig ausfallen und schwere Sturmböen, vereinzelt sogar orkanartige Böen mit sich bringen. "Dabei gilt bei Aufenthalt im Freien Obacht", warnte Bauer.
Am Donnerstag erwartet der DWD im Südosten einen sonnigen Tag, doch von Südwesten und Westen bilden sich Schauer und einzelne Gewitter, die sich bis zum Abend in die Mitte und in den Norden ausbreiten. In der Nacht auf Freitag ziehen Schauer und Gewitter in den Nordosten weiter, gegen Morgen können im Südwesten neue aufkommen. "Kühler, aber stellenweise mit Gewittern beginnt das Wochenende", kündigte der DWD an. Am Freitag wird es vom Südwesten über die Mitte bis in den Nordosten teils kräftige Schauer und Gewitter geben, örtlich bestehe Unwettergefahr. Die Temperaturen liegen am Freitag voraussichtlich zwischen 23 und 36 Grad.
Klimatologischer Trend
Für Freitag kündigte der DWD zugleich sehr heißes Sommerwetter in der Südosthälfte an. Bauer: "Während es in der Südosthälfte erneut hochsommerlich heiß wird, liegen die Temperaturen am Nachmittag von der Ostsee bis an den Niederrhein lediglich noch bei angenehmen 24 bis 28 Grad." Damit komme der Hochsommer vorerst nicht zum Erliegen, so Bauer wörtlich: "Der Hochsommer scheint sich also noch nicht geschlagen zu geben."
Der DWD empfiehlt, die Hitze nach Möglichkeit zu meiden, ausreichend Wasser zu trinken und die Innenräume kühl zu halten. Bei den kühleren Temperaturen in der Nacht auf Freitag könne man besser durchlüften als in den Nächten zuvor. Am Sonntag und zu Beginn der kommenden Woche komme die Hitze vor allem im Süden und Südosten voraussichtlich wieder zurück.
Klimatologen sehen in der Häufung und Intensität der Hitzewellen einen klaren langfristigen Trend. "Während es früher meist nur ein bis zwei Hitzewellen pro Jahr gab, treten inzwischen regelmäßig zwei bis drei auf. Gleichzeitig dauern sie länger und erreichen deutlich höhere Temperaturen als noch vor wenigen Jahrzehnten", heißt es in einer Analyse. Die absoluten Maxima der Lufttemperatur in einer Hitzewelle sind demnach von den 1980er-Jahren bis zu den 2020er-Jahren um etwa drei Grad gestiegen.
Gesundheitliche Folgen und Ausblick
Ein Schwereindex, der Dauer und durchschnittliche Spitzentemperatur von Hitzewellen kombiniert, stieg zwischen dem Klima um 1975 und dem heutigen Klima an neun Provinzhauptstationen von 5,3 auf 12,9 Gradtage – ein Faktor von 2,4. Auch der früheste Beginn einer Hitzewelle hat sich nach vorn verschoben: In der Referenzperiode 1961 bis 1990 lag er am 1. Juni, in der Periode 1991 bis 2020 bereits am 29. April. "Hitzewellen treten heute nicht nur häufiger auf, sie dauern vielfach länger und erreichen höhere Temperaturen. Daraus ergibt sich ein deutlich erhöhtes Potenzial für gesundheitliche Belastungen", warnen die Fachleute.
Der EuroMomo-Sterblichkeitsmonitor registrierte in der letzten Juniwoche europaweit mehr als 10.000 zusätzliche Todesfälle, die meisten davon bei Menschen über 65 Jahren. In mehreren Ländern, darunter Deutschland, Tschechien und Polen, wurden innerhalb weniger Tage nationale Allzeittemperaturrekorde gebrochen. Météo-France meldete im Westen Frankreichs den heißesten Tag der Messgeschichte, Bordeaux erreichte 44 Grad.
Bezüglich der Zukunft betont GeoSphere Austria: "Konsequenter Klimaschutz kann die weitere Verschärfung begrenzen, während Anpassungs- und Hitzeschutzmaßnahmen bereits heute unverzichtbar sind." Und weiter: "Wie stark diese Risiken in Zukunft weiter zunehmen, hängt wesentlich davon ab, wie rasch die globalen Treibhausgasemissionen sinken." Auch für Sonntag und Montag werden in Österreich regional erneut Temperaturen um oder über 35 Grad prognostiziert; die Wetterlage sei insgesamt "labiler". "Vom Bergland steigt die Schauer- und Gewitterneigung", sagte Turecek.
Auch über Mitteleuropa hinaus hält die Hitze am Mittelmeer an. Laut der MDR-Wetterredaktion "wird die Luft wieder drückend schwüler und die Hitze hält sich weiterhin am Mittelmeer". Der Sommer 2026 gehört nach übereinstimmender Einschätzung von Meteorologen und Klimatologen zu den außergewöhnlichsten seit Beginn der modernen Wetteraufzeichnung – mit allen Konsequenzen für Gesundheit, Wasserversorgung und Landwirtschaft.
Fragen & Antworten
Wer ist Thomas Turecek?
Thomas Turecek ist Meteorologe bei GeoSphere Austria und wurde in der Presseaussendung der Behörde mit der Erklärung zitiert, dass die Hitzewelle ganz Österreich betreffe und im Osten besonders stark ausfalle.
Warum wird in Österreich trotz 40 Grad keine rote Hitzewarnung herausgegeben?
Laut GeoSphere Austria dauert das Extrem nur einen Tag, und am Samstag schwächt eine schwache Störung die Werte auf 34 bis 35 Grad ab; zudem bleiben die Frühtemperaturen mit 14 bis 22 Grad relativ moderat, sodass die Kriterien für die höchste Warnstufe nicht erfüllt sind.
Wie hat sich die Häufigkeit von Hitzewellen in Österreich verändert?
Während es früher meist ein bis zwei Hitzewellen pro Jahr mit wenigen Hitzewellentagen gab, treten inzwischen regelmäßig zwei bis drei Hitzewellen pro Jahr auf, die mit fünf bis 25 Tagen deutlich länger dauern und höhere Temperaturen erreichen.