Hitze, Muren und Gewitter: Österreich erlebt extremes Wetter mit Rekordtemperaturen
Wien, 01. Juli 2026
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Kurzfassung
Österreich erlebt derzeit eine Hitzewelle mit Rekordtemperaturen nahe 40 Grad, während im Westen und Süden schwere Unwetter mit Muren, Hagel und Stromausfällen wüten. Eine Kaltfront bringt ab Mittwoch Abkühlung, zunächst bleiben aber Osten und Süden heiß.
Während Österreich unter einer Hitzewelle mit Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke leidet, haben schwere Unwetter in mehreren Bundesländern Muren, Stromausfälle und Evakuierungen ausgelöst, doch eine Kaltfront bringt ab Mittwoch schrittweise Abkühlung.
Rekordwerte an der 40-Grad-Marke
Die Hitzewelle hat Österreich am Montag mit Extremwerten an die Grenze der 40-Grad-Marke geführt. Wie aus den Daten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik hervorgeht, kratzten die Messstationen Mistelbach und Langenlebarn mit 39,9 bzw. 39,8 Grad an dieser Marke. Die Station Bad Deutsch-Altenburg überschritt die 40-Grad-Marke sogar und stellte damit einen neuen Rekord auf. Auch Laa an der Thaya (39,5), Wien Stammersdorf (39,2) sowie Wien Innere Stadt und Gänserndorf mit jeweils 39,1 Grad kamen über die 39-Grad-Schwelle.
Die Nacht von Sonntag auf Montag war die bisher wärmste des Jahres in Österreich. In Wien wurde dabei ein neuer nächtlicher Ganzjahres-Hitzerekord für das gesamte Bundesland gemessen: Das Thermometer zeigte 27,3 Grad Celsius, wie aus den vorliegenden Daten hervorgeht. Die Nacht von Montag auf Dienstag verlief mit 24,1 Grad in Wien Innere Stadt und Bad Tatzmannsdorf zwar etwas kühler, blieb aber tropisch.
Während im Osten die Hitze weiter drückte, hatte der Westen Österreichs bereits mit den Folgen schwerer Unwetter zu kämpfen. In Tirol gingen nach massiven Gewittern in gleich mehreren Tälern Muren ab. Am Sonntag waren nach einem Murenabgang im Kaunertal gar 200 Tagesausflugsgäste von der Umwelt abgeschieden. Sie mussten am Montag via Helikopter des Bundesheeres evakuiert werden.
Muren in Tirol und in der Steiermark
Auch in der Steiermark richteten die Unwetter Schäden an. In Schladming wurden am Montag rund 30 Personen eingeschlossen, nachdem eine Mure die Untertalstraße auf einer Länge von 600 Metern verschüttet hatte. Zwischen Flirsch und Pettneu wurde ein Linienbus mitsamt Insassen von einer Mure erfasst.
Kärnten traf am Dienstagnachmittag ein weiteres schweres Unwetter. Die stärksten Gewitterzellen befanden sich in Teilen Kärntens sowie im Waldviertel in Niederösterreich, wie die Unwetterzentrale mitteilte. Für die Bezirke Hermagor, Spittal an der Drau und Villach-Land galt bereits die Warnstufe Rot als akute Unwetterwarnung vor Gewitter und Hagel. Auch für die Bezirke Sankt Veit an der Glan und Wolfsberg wurde eine markante Wetterwarnung der Stufe Gelb/Orange ausgegeben.
Kärnten: Warnstufe Rot und schwerer Hagel
In Kärnten breiteten sich Gewitter am späten Nachmittag aus. Ab etwa 17 Uhr verschärfte sich die Lage, wie aus den Berichten hervorgeht. In Weißenstein begann es zu hageln, Hagelkörner konnten bis zu 3 Zentimeter groß werden. In Tschinowitsch in Richtung Maria Gail stürzte ein Baum auf die Fahrbahn, die Feuerwehren Schütt und Tschinowitsch waren im Einsatz, informierte HBM Alexander Scharf auf Nachfrage von 5 Minuten.
Die Auswirkungen in Kärnten waren erheblich. Durch umgestürzte Bäume waren am Dienstagabend rund 1.100 Haushalte ohne Strom. Die Störungskarte der Kärnten Netz zeigte erste Stromausfälle im Bereich Fürnitz (Villach-Land), Feldkirchen und im Bezirk Klagenfurt-Land. Am meisten betroffen waren die Bezirke Villach-Land, Spittal, St. Veit und Feldkirchen. Besonders betroffen war laut ORF Kärnten der Raum Mittelkärnten.
Die Kärnten Netz-Monteure versuchten bis zur Dunkelheit, die betroffenen Haushalte wieder zu versorgen. Ein großer Teil der Haushalte sollte noch am Dienstag wieder versorgt werden können. Bis Mittwoch um 00:00 Uhr blieb eine gelbe Gewitterwarnung aufrecht, zudem galt lokal eine orange Warnung.
Auch im Waldviertel bildete sich ein weiteres schweres Gewitter. Die Flugsicherung registrierte stark hagelverdächtige Radarbilder. Das Gewitter zog im Bereich Gmünd und Schrems weiter in Richtung Heidenreichstein und Litschau. Es bestand die Gefahr von Muren und kleinräumigen Überflutungen. In der Region musste mit wolkenbruchartigem Regen, Sturmböen und zahlreichen Blitzeinschlägen gerechnet werden.
Sirenenalarme und Stromausfälle
In Kärnten ertönten in mehreren Orten Sirenen. So etwa in Dellach im Drautal, in Velden am Wörthersee, in Villach-Stadt und Villach-Land. Im Raum Villach heulten mehrmals die Sirenen. Die Gewitter zogen nur langsam nach Norden, gleichzeitig bildeten sich auf der Südseite der Zellen immer wieder neue Gewitterkerne, wodurch die weitere Zugbahn und Entwicklung nur schwer vorherzusagen war.
Wie die Skywarn Austria in den sozialen Medien mitteilte, haben sich wie bereits erwartet kräftige Gewitter entwickelt. In der schwül-heißen Luft war mit lokalem Starkregen und stürmisch auffrischenden Windböen zu rechnen, wie Meteorologen von GeoSphere Austria warnten. Als mögliche Gefahren galten Überflutungen und lokale Vermurungen durch teils heftigen Starkregen aufgrund der langsamen Zuggeschwindigkeit sowie Sturmböen in Gewitternähe und Hagel.
Laut der Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) wurden einige Bäume umgerissen und blockierten Straßen. Es sei dabei auch zu Unfällen gekommen. Die meisten Schäden entstanden zwischen 17:00 und 19:00 Uhr. Ob Personen verletzt wurden, war zunächst unklar. Der Zentralraum rund um Klagenfurt (Stadt/Land), Villach-Stadt, Feldkirchen und Völkermarkt war laut aktuellen Warnungen vorerst noch verschont.
Erwärmte Gewässer und schwüle Hitze
Die Gewässer in Österreich zeigten sich ebenfalls extrem erwärmt. Die Wassertemperatur in der Alten Donau, einem Altarm der Donau und beliebten Naherholungsgebiet für Tausende Wiener, lag am Dienstagmorgen bei 29,8 Grad. Der Neusiedler See erreichte 28 Grad. Sogar der Kärntner Weißensee – ob seiner hohen Lage auf 920 Metern Seehöhe sonst verlässlicher Garant für echte Abkühlung – lag bei 25,5 Grad.
Eine Wetteränderung zeichnet sich ab Mittwoch ab. Am Mittwoch erreicht eine Kaltfront den Westen Österreichs, wodurch die Temperaturen von Vorarlberg bis Oberösterreich auf 18 bis 26 Grad sinken. Im Westen Österreichs liegen die Tageshöchsttemperaturen am Mittwoch bereits bei nur 28 Grad in Salzburg beziehungsweise 26 Grad in Tirol. Erst am Mittwochnachmittag ist dann auch im Osten mit verbreiteten Regenschauern und Gewittern zu rechnen, allerdings auch hier bei Höchsttemperaturen von bis zu 34 Grad.
Kaltfront bringt schrittweise Abkühlung
Im Süden und Osten bleibt es zunächst mit bis zu 37 Grad heiß, ehe am Nachmittag auch hier teils heftige Gewitter mit Sturmböen niedergehen. Im Donauraum und im Osten weht lebhafter Wind aus West bis Nordwest. Die Temperaturen erreichen an der Alpennordseite von West nach Ost 22 bis 29 Grad, im Süden weiterhin heiße 30 bis 35 Grad.
Am Donnerstag dürfte es dann allenorts merklich kühler werden: Die Tageshöchsttemperaturen sollen bei vergleichsweise moderateren Werten von bis zu 28 Grad liegen. Für Dienstag waren noch einmal Tageshöchsttemperaturen von 38 Grad angesagt – und teilweise wurde es sehr schwül. Es war verbreitet mit Starkregen, Sturmböen und lokalem Hagel zu rechnen, was zu Beeinträchtigungen im Straßen-, Schienen- und Flugverkehr führen konnte.
Am kommenden Wochenende gerät das Land laut Unwetterzentrale unter schwachen Hochdruckeinfluss. Bei überwiegend sonnigem Sommerwetter steigen die Temperaturen besonders im Süden und Südosten wieder etwas an, die Höchstwerte liegen meist zwischen 25 und 32 Grad. Insbesondere in Tirol beruhigt sich die Gewittergefahr Richtung Ende der Woche wieder.
Lage bleibt angespannt
Laut Unwetterzentrale besteht örtlich die Gefahr von ergiebigen Regenmengen in kurzer Zeit, Hagel und Sturmböen. Damit bleibt die Wetterlage in Österreich in den kommenden Tagen angespannt – auch wenn die extreme Hitzebelastung im Osten allmählich nachlässt.
Für die heimische Bevölkerung bedeutet dies weiterhin eine erhöhte Wachsamkeit. Die Kombination aus Hitze, lokalem Starkregen, Hagel und Sturmböen erfordert erhöhte Aufmerksamkeit, insbesondere in alpinen Regionen, wo Murenabgänge Straßen blockieren und Menschen einschließen können.
Der Wettercharakter der kommenden Tage zeigt sich damit zweigeteilt: Während der Westen Österreichs bereits deutliche Abkühlung erfährt, bleiben der Süden und Osten vorerst heiß, bevor auch dort Gewitter für Linderung sorgen. Eine durchgehende Wetterberuhigung ist laut den vorliegenden Prognosen erst zum Wochenende hin in Sicht.
Fragen & Antworten
Welche Temperaturrekorde wurden am Montag in Österreich aufgestellt?
Bad Deutsch-Altenburg überschritt die 40-Grad-Marke und stellte damit einen neuen Rekord auf. Die Stationen Mistelbach und Langenlebarn erreichten 39,9 bzw. 39,8 Grad Celsius, während Wien Innere Stadt und Gänserndorf jeweils 39,1 Grad maßen.
Wie viele Menschen mussten wegen Muren in Tirol evakuiert werden?
Im Kaunertal waren nach einem Murenabgang am Sonntag 200 Tagesausflugsgäste von der Außenwelt abgeschnitten. Sie wurden am Montag mit Hubschraubern des Bundesheeres ausgeflogen.
Wann wird die Hitzewelle in Österreich voraussichtlich enden?
Eine Kaltfront erreicht am Mittwoch den Westen Österreichs und senkt die Temperaturen dort auf 18 bis 26 Grad. Am Donnerstag soll es dann allenorts merklich kühler werden mit Tageshöchstwerten von bis zu 28 Grad Celsius.