Beirut, 05 Juni 2026

Die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah hat das in Washington vereinbarte Waffenstillstandsabkommen mit Israel erneut zurückgewiesen und in der Nacht zum Freitag einen Raketenangriff auf israelische Truppen im Südlibanon angekündigt, während Israel seine Angriffe auf Hisbollah-Stellungen fortsetzt.

Der Waffenstillstandsplan und seine Bedingungen

Die in Washington getroffene Vereinbarung sieht vor, dass die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel einstellt und sich aus Gebieten südlich des Litani-Flusses zurückzieht. In den vorgesehenen Sicherheitszonen im Südlibanon sollen ausschließlich reguläre libanesische Streitkräfte die Kontrolle ausüben. Die Hisbollah ist dieser Vereinbarung jedoch nicht beigetreten: Sie war an den Verhandlungen gar nicht beteiligt und hat die Bedingungen öffentlich abgelehnt.

Hisbollah-Chef Naim Kassim bezeichnete das Abkommen am Donnerstagmittag als „Farce und Erniedrigung“ und wies Forderungen nach einer Entwaffnung der Iran-finanzierten Miliz zurück. In einer im libanesischen Fernsehen verlesenen Erklärung hieß es weiter: „Das angekündigte Abkommen ist ein Fahrplan zur Zerstörung eines Teils des libanesischen Volkes und zur Unterwerfung des übrigen Teils.“ Eine Auslegung, die die Hisbollah zum Stopp ihrer Angriffe verpflichte, solange Israel weiter angreife, käme einer Kapitulation gleich.

Ablehnung aus Beirut und Reaktion aus Washington