Der ehemalige österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache muss sich ab dem 19. Mai vor dem Landesgericht Wien wegen des Verdachts auf Vorteilsannahme und -gewährung verantworten. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit der Bestellung des FPÖ-nahen Managers Peter Sidlo in den Vorstand der Casinos Austria AG.
Hintergrund der Anklage
Die Ermittlungen gegen Strache wurden im Juni 2019 nach einer anonymen Anzeige eingeleitet. Im Zentrum des Verfahrens steht die mutmaßliche Begünstigung von Peter Sidlo, der als FPÖ-affiliierter Manager in den Vorstand des staatlichen Glücksspielkonzerns Casinos Austria AG berufen wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft Strache vor, dabei unrechtmäßige Vorteile gewährt oder angenommen zu haben.
Die Causa Casinos ist nicht der erste juristische Konflikt, in dem Strache verwickelt ist. Der ehemalige FPÖ-Chef war bereits in mehrere Skandale verwickelt, darunter die sogenannte "Ibiza-Affäre", die 2019 zum Ende seiner politischen Karriere führte. Die aktuellen Vorwürfe könnten weitere Konsequenzen für ihn nach sich ziehen.
Ablauf des Prozesses
Insgesamt sind acht Verhandlungstage bis zum 2. Juli angesetzt. Allerdings sind diese Termine zunächst für ein anderes Thema reserviert: die "Causa Lebensversicherung", ein weiteres Verfahren, in dem Strache beschuldigt wird. Sollte dieses Verfahren vorzeitig abgeschlossen werden, könnten die Tage für die Causa Casinos genutzt werden.
Die genauen Anklagepunkte und möglichen Strafen sind noch nicht öffentlich bekannt. Experten gehen jedoch davon aus, dass das Verfahren aufgrund der politischen Dimension und der beteiligten Personen große mediale Aufmerksamkeit erregen wird. Die APA berichtet, dass bereits jetzt ein hohes Interesse seitens der Öffentlichkeit und der Medien besteht.
