Bei einem Referendum am Sonntag hat eine deutliche Mehrheit der Hamburger Wählerinnen und Wähler gegen eine Bewerbung der Stadt um Olympische und Paralympische Sommerspiele gestimmt.

Wie Landeswahlleiter Oliver Rudolf am Abend mitteilte, zeichnete sich das Nein bereits früh in der Auszählung ab. Insgesamt wurden rund 652.000 Stimmen abgegeben, die Wahlbeteiligung lag bei knapp unter 50 Prozent. Das Votum ist für den rot-grünen Senat bindend.

Tschentscher räumt Niederlage ein

Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) räumte das Scheitern des Referendums noch am Abend ein. „Die Hamburgerinnen und Hamburger haben entschieden, dass sich die Freie und Hansestadt Hamburg nicht um Olympische und Paralympische Sommerspiele bewerben soll“, sagte er. Er habe DOSB-Präsident Thomas Weikert und dem deutschen IOC-Vertreter Michael Mronz bereits mitgeteilt, dass Hamburg seine Bewerbung zurückziehe.

Tschentscher bedauerte das Ergebnis, dankte aber den Unterstützern. „Gleichwohl haben wir uns dafür entschieden, weil Olympische und Paralympische Spiele nach den heutigen Bedingungen eine große Chance für alle sind“, erklärte er. Die Stadt werde ihre städtebaulichen Ziele und großen Infrastrukturprojekte nun auch ohne Olympia mit aller Kraft verfolgen und benötige dafür die Unterstützung der Bundesregierung.