Bogotá, 31. Mai 2026
Am Sonntag wählen rund 41 Millionen Kolumbianer einen Nachfolger für den linken Präsidenten Gustavo Petro, während die Kampagne von einer Serie tödlicher Angriffe überschattet wird.
Insgesamt treten 14 Kandidaten an, doch laut Umfragen zeichnen sich drei klare Favoriten ab. Der linksgerichtete Senator Iván Cepeda aus dem Regierungslager will Petros Reformkurs fortsetzen. Die konservative Senatorin Paloma Valencia, die dem Lager des früheren Präsidenten Álvaro Uribe zugerechnet wird, setzt auf eine harte Sicherheitspolitik. Der rechtsgerichtete Anwalt Abelardo de la Espriella wirbt für einen schlankeren Staat und kompromissloses Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen.
Die Leiterin des Kolumbien-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Kristin Wesemann, erklärte, Kolumbien erlebe derzeit "eine der schwersten Gewaltwellen der letzten Jahre". Laut Wesemann sind "67 Prozent aller Gemeinden [...] den illegalen Netzwerken und Gruppen ausgesetzt" und "die staatlichen Sicherheitsstrukturen extrem geschwächt".
