München, 19 Juni 2026
Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat vor einer existenziellen Abhängigkeit Europas von US-Technologiekonzernen im Bereich der Künstlichen Intelligenz gewarnt und rasches politisches Handeln angemahnt.
Die KI-Revolution sei vermutlich ähnlich folgenreich wie die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts, sie schreite nur deutlich schneller voran, erklärte Fuest. Wenn die nationalen Regierungen und die Europäische Union nicht sofort entschlossen handelten, werde Europa aus dieser Revolution als großer Verlierer hervorgehen. Die Warnung fällt in eine Phase, in der die geopolitischen Rivalitäten um Schlüsseltechnologien zunehmen.
Auslöser der Debatte ist nach Angaben von Fuest die Entscheidung des US-Unternehmens Anthropic, seine KI-Modelle Mythos 5 und Fable 5 vergangene Woche zu sperren. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit einer Anweisung der US-Behörden, die ausländischen Staatsangehörigen den Zugriff auf die beiden Modelle untersagt. Der Vorgang verdeutlicht aus Sicht des Ökonomen die Verwundbarkeit Europas bei einer kritischen Zukunftstechnologie.
