Paris, 01 Juni 2026
Die französische Marine hat am Sonntagmorgen den russischen Öltanker „Tagor" mehr als 400 Seemeilen westlich der französischen Küste im Atlantik gestoppt und in einen Hafen an der Nordwestküste eskortiert.
Hintergrund der Operation
Die Operation fand in internationalen Gewässern auf der Höhe der nördlichen Bretagne statt und wurde nach Angaben des Atlantik-Präfektorats unter strikter Einhaltung des Seerechts durchgeführt. An Bord hätten Inspektoren die Dokumente geprüft und den Verdacht bestätigt, dass das Schiff unter falscher Flagge fuhr. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Brest ignorierte der russische Kapitän zunächst die Anordnung der Marine, beizudrehen. Gegen ihn werde wegen fehlenden Nachweises der Schiffsnationalität und wegen Nichtbefolgung eines Befehls ermittelt.
Präsident Emmanuel Macron teilte den Vorgang über den Onlinedienst X mit und veröffentlichte ein kurzes Video der Aktion, das Soldaten zeigt, die sich per Seil von einem Hubschrauber auf das Schiff abseilen. „Es ist inakzeptabel, dass Schiffe internationale Sanktionen umgehen, gegen Seerecht verstoßen und den seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg Russlands gegen die Ukraine finanzieren", schrieb Macron. Der Einsatz sei mit Unterstützung mehrerer Partner, darunter Großbritannien, erfolgt.
