Die französische Regierung setzt sich beim US-Heimatschutzministerium (DHS) für die Freilassung der 86-jährigen Französin Marie-Therese Ross ein, die seit dem 1. April in einer Einwanderungshaftanstalt in Louisiana festgehalten wird.
Hintergrund der Festnahme
Marie-Therese Ross wurde am 1. April von Beamten der US-Einwanderungsbehörde (ICE) in Alabama festgenommen, weil sie ihr 90-Tage-Visum überzogen hatte. Die ältere Dame, die im vergangenen April den in Alabama lebenden William Ross heiratete, befindet sich seitdem in Gewahrsam. Die Ehe war durch Heiratsurkunden des Calhoun County belegt worden.
Die Haftbedingungen für Ross, die in einer Bundes-Einwanderungshaftanstalt in Louisiana untergebracht ist, haben in Frankreich Besorgnis ausgelöst. Die französischen Behörden haben sich direkt an das DHS gewandt, um ihre Freilassung zu erreichen. Bislang gibt es keine öffentliche Stellungnahme der US-Behörden zu dem Fall.
Diplomatische Bemühungen
Die französische Regierung hat die Freilassung von Ross zur Priorität gemacht. Diplomatische Kanäle wurden aktiviert, um eine Lösung zu finden. Ein Sprecher des französischen Außenministeriums betonte, man setze alles daran, die Situation schnell zu klären. "Wir stehen in engem Kontakt mit den US-Behörden und hoffen auf eine baldige Entlassung", hieß es aus Paris.
Der Fall hat auch internationale Aufmerksamkeit erregt, da Ross aufgrund ihres Alters und ihres Gesundheitszustands als besonders schutzbedürftig gilt. Menschenrechtsorganisationen haben die Haftbedingungen für ältere Migranten in den USA bereits mehrfach kritisiert. Die französische Botschaft in Washington hat sich eingeschaltet, um Ross rechtlichen Beistand zu garantieren.
